Rückgang der HIV-Neuinfektionen muss verstetigt werden

Politik
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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat zu einem konsequenten Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) aufgerufen. Der Minister betonte anlässlich des Welttags der sexuellen Gesundheit (4. September) am Freitag: „Es ist oft ein Tabu, über Krankheiten zu sprechen, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Aber das ist gefährlich - denn Wissen schützt.“

Holetschek verwies darauf, dass die Zahl der auf sexuellem Weg übertragenen HIV-Neuinfektionen im Jahr 2020 laut aktuellen Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts in Bayern zurückgegangen ist. Für das Jahr 2020 wird die Zahl der HIV-Neuinfektionen auf 240 geschätzt. Das waren 65 Neuinfektionen weniger als 2019. Ursache dafür könnte auch die Corona-Pandemie und die damit verbundene Reduktion von Sozial- und Sexualkontakten sein. Der Minister betonte: „Es ist wichtig, dass die Zahl der HIV-Neuinfektionen auch in Zukunft weiter zurückgeht. Wir dürfen daher in unseren Bemühungen nicht nachlassen und müssen weiter über HIV aufklären.“

Holetschek betonte: „Wir müssen offen über sexuell übertragbare Krankheiten reden. Denn Schamgefühl und Angst tragen dazu bei, dass Betroffene keinen oder erst zu spät ärztlichen Rat aufsuchen. Das Arzt-Patienten-Gespräch über sexuelle Gesundheit und STI sollte ebenso selbstverständlich sein, wie das Gespräch über andere gesundheitsbezogene Themen wie bspw. eine mögliche Allergie. Denn STI können unbehandelt schwere Folgen haben.“

Eine Syphilis-Infektion kann unbehandelt schwere Organschäden verursachen und das Gehirn angreifen. Bakterielle Krankheitserreger wie Gonokokken oder Chlamydien können unfruchtbar machen. Eine Hepatitis-B-Erkrankung kann, wenn sie sich zu einer chronischen Infektion entwickelt, schwere, gar lebensbedrohliche Schädigungen oder Krebserkrankungen der Leber hervorrufen.

Schützende Impfungen gibt es nur für einige wenige Krankheiten, die sexuell übertragen werden: So schützt die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV-Impfung) wirksam und sicher vor verschiedenen durch HPV hervorgerufenen Krebserkrankungen. Der Minister ergänzte: „Es ist daher wichtig, sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Denn viele Menschen mit einer sexuell übertragbaren Krankheit wissen nicht, dass sie ansteckend sind. So vergehen beispielsweise zwischen einer HIV-Infektion und der Diagnose beim Arzt leider häufig Jahre. Eine HIV-Infektion und AIDS sind zwar mittlerweile behandelbar, aber noch immer nicht heilbar. Es ist deshalb wichtig, sich konsequent vor einer Infektion mit dem HIV-Virus zu schützen und Kondome zu benutzen. Vor allem in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen ist die Neu-Infektionsrate am höchsten."

Prof. Dr. Christian Weidner, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, ergänzte: „HIV und AIDS sind ein Schwerpunktthema der Präventionsarbeit des Bayerischen Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) am LGL. Das ZPG informiert über Infektionsrisiken, Schutzmöglichkeiten und Testangebote, es entwickelt und verteilt Aufklärungsmaterialien und erarbeitet Konzepte für präventive Aktionen. Von zentraler Bedeutung ist die Zusammenarbeit des ZPG mit den Beratungsstellen und AIDS-Hilfen, Kliniken und Schulen.“

Holetschek betonte: „Auch wenn die Affenpocken nicht zu den sexuell übertragbaren Krankheiten zählen, werden sie im aktuellen Ausbruch meistens durch sexuelle Kontakte übertragen. Derzeit sind in Bayern 282 Fälle (Stand 01.09.2022) einer Affenpockeninfektion bestätigt. Risikogruppen sollten sich daher für den besten Schutz impfen lassen.“
Zahlreiche Informationen zu sexuell übertragbaren Infektionen finden Sie unter www.sti-auf-tour.de. Informationen zur Arbeit des ZPG sind abrufbar auf www.zpg-bayern.de.


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