Aschaffenburg News - vbw Index Herbst 2022

Noch befinden wir uns in einer ordentlichen Lage, aber die Perspektiven der Unternehmen sind pessimistisch. Die Unsicherheit ist so hoch wie nie. Der aktuelle Krisen-Cocktail gefährdet alle Wirtschaftssektoren und wir laufen Gefahr, dass sich das zu einer Standortkrise ausweitet", sagte Wolfram Hatz, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., bei der heutigen Vorstellung des vbw „Weißbier-Index" in München. Der Index ist gegenüber dem Frühjahr 2022 von 126 auf 103 Punkte gefallen. „Unser Weißbier-Glas ist noch zur Hälfte gefüllt, aber es wird sich in den kommenden Wochen und Monaten weiter leeren. Alle vier Teil-Indizes bewegen sich nach unten. Der Lage-Index Wachstum verschlechterte sich von 124 auf 109 Punkte, der Prognose-Index Wachstum von 97 auf 70 Punkte. Der Lage-Index Beschäftigung hat von 142 auf 122 Punkte abgenommen und der Prognose-Index Beschäftigung von 142 auf 110 Punkte", erklärte Hatz. Hohe Konsumausgaben im Freizeit- und Tourismusbereich nach dem Ende der Corona-Maßnahmen sowie eine gute Auftragslage haben in den ersten drei Quartalen des Jahres für Wachstumsimpulse gesorgt. „Unser Bruttoinlandsprodukt wird im Jahresdurchschnitt 2022 noch um gut eineinhalb Prozent höher ausfallen als 2021. Aber bereits im laufenden vierten Quartal gehen wir von einem Rückgang des BIP aus. Der aktuelle Krisen-Cocktail zeigt seine Wirkung", so Hatz.

Die Inflation drückt auf den privaten Konsum, die hohen Energiepreise belasten Verbraucher und die Wirtschaft in ihrer ganzen Breite. Die Industrie leidet nach wie vor unter einem Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten. Parallel schmilzt die Auftragslage, auch weil durch eine global schwächere Konjunktur die Exporte zurückgehen. Zum Angebotsproblem kommt so eine Nachfrageproblem. Eine weitere Belastung ist der demografisch bedingte Mangel an Fach- und Arbeitskräften, der sich selbst bei einer sich abschwächenden Konjunktur nicht entspannen wird. „Es kann dazu kommen, dass wir eine erhöhte Arbeitslosigkeit und gleichzeitig fehlende Fachkräfte sehen, weil bestimmte Qualifikationen nicht genügend vorhanden sind", erläutert Hatz. Aus Sicht der vbw führen die derzeitigen konjunkturellen Belastungen zu einer strukturellen Gefährdung des Wirtschaftsstandorts Bayern. „Die Energiekosten haben sich in Europa stärker verteuert als anderswo und Versorgungssicherheit ist nicht mehr gegeben. Das schwächt unsere Wettbewerbsfähigkeit. Die finanzielle Entlastung von Verbrauchern und Unternehmen sowie die Sicherstellung der Versorgungssicherheit muss schnell kommen. Unternehmen und Haushalte sind dazu angehalten, Energie zu sparen, wo immer es geht. Zudem müssen unsere verbliebenen Kernkraftwerke weiterlaufen, und zwar im Dauerbetrieb und über den 15. April nächsten Jahres hinaus. Wir brauchen jetzt einen Masterplan Energie 2030 mit einem klaren Konzept für eine Wasserstoffwirtschaft", stellt Hatz klar.


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