Hinter dem Motto stehen zwei Gedanken, wie Ruth Belzner, Leiterin der Telefonseelsorge Würzburg/Main-Rhön, erklärt. Zum einen beziehe es sich ganz konkret auf den „Tree of Memory“, den „Baum der Erinnerung“, der an diesem Tag im Ringpark gepflanzt werde. Zugleich sei es ein Bild für Begleitung und Beratung, denn auch dabei gehe es um inneres Wachstum, das zum Weiterleben verhelfe. Der Welttag der Suizidprävention ist eine gemeinsame Veranstaltung der Fachstelle Suizidberatung Würzburg, der Telefonseelsorge Würzburg/Main-Rhön, des Gesprächsladens der Augustiner sowie des Vereins „Angehörige um Suizid“ (AGUS). Sie alle bieten in unterschiedlicher Form Hilfe für von Suizid betroffene Menschen an. Der Orgelimpuls „5 nach 12“ im Kiliansdom steht an diesem Tag im Zeichen der Suizidprävention. Zudem wird es hier von 12 bis 13 Uhr einen Infostand geben, an dem sich Interessierte über die vier Veranstalter informieren können.

Zum Gedenken an Suizidopfer wird um 14 Uhr im Ringpark in der Nähe der Neuen Universität ein Ginko-Baum als „Tree of Memory“ – „Baum der Erinnerung“ gepflanzt. Es sprechen Bürgermeister Martin Heilig und Iris Pfister vom Verein „Trees of Memory“ (www.treesofmemory-ev.com). Der Verein unterstützt die Hinterbliebenen von durch Suizid verstorbenen Menschen und will durch die Baumpflanzungen und -widmungen lebendige, wachsende Orte für die Erinnerung an die Verstorbenen schaffen. Vom neu gewidmeten Baum können an diesem Tag auch ermutigende, zum Nachdenken einladende Worte „gepflückt“ werden. Um 19 Uhr wird im Burkardushaus der Film „Ride, don’t hide“ gezeigt. Die Initiative „Fellows Ride“ (https://www.fellowsride.de) wurde ins Leben gerufen von Dieter Schneider, dessen Sohn sich nach schwerer Depression suizidiert hatte. „Der Film nimmt uns mit auf seine Motorradreise rund um die Welt, eine Suche nach sich, nach dem Sinn, und eine Aktion, um auf Depressionen und deren Lebensgefahr aufmerksam zu machen“, heißt es in der Ankündigung. Peter Grethler, Mitglied von „Fellows Ride“, wird an dem Abend anwesend sein.

Der Fachstelle Suizidberatung ist eine spezialisierte Beratungsstelle für Menschen in akuten Krisen und bei Suizidgefahr. Auch Angehörige und andere Bezugspersonen von Menschen in Krisen finden hier Unterstützung. Insbesondere Hinterbliebene nach einem Suizid werden kurzfristig beraten. Pro Woche wenden sich etwa zehn Personen ein erstes Mal an den Krisendienst, viele werden über eine längere Zeit begleitet. In drei der rund 35 Seelsorgegespräche pro Tag in der Telefonseelsorge Würzburg/Main-Rhön wird über Suizid gesprochen, überwiegend über Suizidgedanken, seltener über konkrete Suizidabsichten oder frühere Suizidversuche oder den Suizid eines Anderen. Im Chat wird Suizid in jedem vierten Gespräch explizit angesprochen. Im Gesprächsladen suchen an jedem Öffnungstag etwa zehn Personen Hilfe und Entlastung in einer Lebenskrise oder belastenden Lebenssituation. Für durch Suizid Hinterbliebene ist die Selbsthilfegruppe AGUS eine wichtige Hilfe – erst einmal für das eigene Weiterleben nach ihrem Verlust und als Schutz vor eigener Suizidalität, und schließlich als Unterstützung für die Neuorientierung im eigenen Leben.

Der Fachstelle Suizidberatung am Kardinal-Döpfner-Platz 1 ist montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, Telefon 0931/571717, Internet www.fachstelle-suizidberatung.de. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter der gebührenfreien Rufnummer 0800/1110111 erreichbar. Zudem bietet sie unter www.telefonseelsorge.de Hilfe im Chat oder per Mail an. Der Gesprächsladen am Dominikanerplatz 2 ist montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, mittwochs bis 19 Uhr, geöffnet. Mehr im Internet unter www.gespraechsladen-wuerzburg.de. Kontakt mit AGUS gibt es über die Bundesgeschäftsstelle in Bayreuth, Telefon 0921/1500380, Internet www.agus-selbsthilfe.de. Diese leitet an lokale Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner weiter.

 


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