Die weltweiten wirtschaftlichen Risiken für Unternehmen nehmen seit Jahren zu. Durch den Russland-Ukraine-Krieg haben sie sich noch einmal deutlich verschärft. „Der mögliche Ausfall kritischer Infrastrukturen steht aktuell auf Platz 1 der Risikoskala der Unternehmen. 46 Prozent von ihnen befürchten etwa Stromausfälle oder Engpässe bei der Gas- und Wasserversorgung ", erklärt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Auf dem zweiten Platz folgen strukturelle Kostensteigerungen, etwa für Energie, Vorleistungen, Lagerhaltung oder Personal, die für 42 Prozent der Unternehmen ein hohes Risiko darstellen. Das sind Ergebnisse der vbw Studie „Internationale Risiken für bayerische Unternehmen", die vom IW Köln erstellt wurde. Sie beleuchtet Risikowahrnehmung und Gegenmaßnahmen der Unternehmen sowie wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf.

Auf den Plätzen drei bis fünf der aktuellen Skala hoher Risiken stehen die Rohstoffverfügbarkeit (36 Prozent), Pandemien (33 Prozent) und Cyber-Kriminalität (30 Prozent). Die meisten der in der Studie dargestellten Risiken werden dieses Jahr verschärft wahrgenommen. „Die schlechte Verfügbarkeit seltener Erden belastet die Unternehmen schon lange. Durch den Russland-Ukraine-Krieg fallen zwei bedeutende Rohstofflieferanten aus. Das trifft neben fossilen Energieträgern wie Erdgas auch etwa Neon und Palladium, die für die Halbleiterproduktion und die Katalysatorherstellung benötigt werden", erklärt Brossardt.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass unvorhergesehene Ereignisse mit globalen Auswirkungen immer häufiger auftreten und großen Schaden verursachen. „Globale Krisen schlagen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durch. Kriege, Pandemien, gestörte Lieferketten, wachsender Protektionismus und die strukturellen Veränderungen durch digitale Transformation und Dekarbonisierung sind nur Beispiele für das insgesamt immer härtere Risikoumfeld, das unseren Unternehmen vor allem in der gewerblichen Wirtschaft und im internationalen Geschäft immer mehr Risikokompetenz abfordert", so Brossardt.

Teilen der Risiken können Unternehmen nur sehr eingeschränkt selbst gegenwirken. Deshalb fordert Brossardt: „Mit steigender Unsicherheit werden verlässliche staatliche Risikostrategien und Rahmenbedingungen immer wichtiger. Die Wirtschaftspolitik muss betriebliche Anpassungsstrategien flankieren und weitere Belastungen unterlassen. Kurzfristig Hilfen in Krisensituationen sind genauso wichtig wie nachhaltige Weichenstellungen zur Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen."

Die Studie finden Sie hier: https://www.vbw-bayern.de/InternationaleRisiken


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