Mai ist fast wie Urlaub

Ei Gude wie
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„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus. Da bleibe wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus. Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt, so steht auch mir der Sinn in die Weite, weite Welt!“ 1841 schrieb Emanuel Geibel (1815 - 1884) dieses Frühlingsgedicht, das von Justus Wilhelm Lyra (1822-1882) ein Jahr später nach einer alten Volksweise vertont wurde. Populär als Frühlings- und Wanderlied wurde es bald nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1843.

Es hat insgesamt 6 Strophen. Und ich kann mich dunkel erinnern, dass wir es auch in der Schule gesungen haben.

Ja, der Monat Mai, man sagt auch Wonnemonat Mai. Jetzt erst einen Monat zurück. April, April, der weiß nicht, was er will: Wer genug hat von den Wetterkapriolen des, auch in diesem Jahr, launischen Monats, der sehnt sich sicher schon den Mai herbei, weil dieser immer noch mit der Hoffnung auf Sonne und wärmere Temperaturen verbunden ist, wo die Natur wieder so richtig aufblüht. Allein beim Gedanken an den sogenannten Wonnemonat kommt schon Freude auf. Doch seit wann ist das so? Die Wurzeln der Bezeichnung Wonnemonat gehen auf die altdeutsche Sprache in der Zeit des 8. bis 11. Jahrhunderts zurück. Damals sprach man aber zunächst vom „winnimanod“, und damit ist der Weidemonat gemeint. Ein Hinweis darauf, dass es für die Bauern wieder Zeit war, das Vieh auf die Weide zu treiben, denn „winni“ hieß Weideplatz. Der Wonnemond ist – laut Duden – bereits eine frühneuhochdeutsche Erneuerung des Wortes winnimanod. Jedoch bereits während der Zeit des Althochdeutschen wurde eine Umdeutung von „winni“ zu „wunni“ vollzogen.

Womit wir also bei der schon im Monatsnamen ausgedrückten Freude über den Mai als gefühlter Inbegriff des Frühlings wären: Denn „wunni“ bedeutete Genuss und Freude. Durchgesetzt hat sich der Name Mai für den fünften Monat des Jahres, der im Althochdeutschen noch „meio“ hieß. Er geht auf den lateinischen Monatsbegriff Maius zurück. Letzterer, bezieht sich auf den altitalischen Gott Maius, der „als Beschützer des Wachstums verehrt wurde“. Die Sternzeichen im Mai sind Stier (20./ 21. April bis 20./ 21. Mai) und Zwillinge (20./ 21. Mai bis 21./ 22. Juni). Der Mai hat auch etliche Feiertage. Das bringt einige verlängerte Wochenenden. Da freuen sich besonders die berufstätigen drauf. Begonnen hat es mit dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit. Der Erste Mai wird als Tag der Arbeit oder auch als Maifeiertag bezeichnet. Er ist in Deutschland und vielen anderen Staaten ein gesetzlicher Feiertag. Der Mai beschert uns noch am Donnerstag, 09.05., „Christi Himmelfahrt“, am Montag, 20.05., „Pfingstmontag“ und am Donnerstag, 30.05., „Fronleichnam“. Gut verteilt über den Monat, eingebettet in die sogenannten „Brückentage“ werden die vier verlängerten Wochenenden sein. Mai ist fast wie Urlaub. Da kommt hoffentlich Freude bei Ihnen auf! „Und abends im Städtchen, da kehr' ich durstig ein: Herr Wirt, mein Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein! Ergreife die Fiedel, du lustiger Spielmann du, von meinem Schatz das Liedel, das sing' ich dazu.“ Ei Gude, wie!

Zum Autor

Er sei ein waschechter Neuenhaßlauer, sagt er von sich selbst. Helmut Müller (71) ist in Neuenhaßlau als 4. von 7 Kindern geboren und ein typisches Nachkriegskind dazu. Seine Mutter Hessin und evangelisch, sein Vater Sudetendeutscher und katholisch, aber kein Flüchtling, sondern Kriegsgefangener, der nicht in seine angestammte Heimat zurückkonnte. Er wächst in einem 4 Generationen Haus mit den Eltern, sechs Geschwistern, Oma und Opa sowie Onkel und der Ur-Großmutter auf. Der Spielplatz war die Straße. In der Volksschule, die er mit dem Hauptschulabschluss beendete, war deutsch seine erste Fremdsprache, die er lernen musste. In späteren Jahren hat er seine mittlere Reife und das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung nachgeholt und das Ganze als Diplom Verwaltungswirt (FH) abgeschlossen. Er war in etlichen Vereinen aktiv. Man könnte ihn getrost als „Vereinsmeier“ bezeichnen. Er hat dabei fast alle Positionen, die ein Vorstand hat, begleitet. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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