Mit großer Wertschätzung und herzlichem Dank hat die SPD Wetterau am Donnerstagabend in der Rosbacher Wasserburg zum bereits 23. Tag des Ehrenamtes eingeladen.
Seit 2001 würdigen die Wetterauer Sozialdemokraten mit dieser traditionsreichen Veranstaltung das vielfältige ehrenamtliche Engagement in der Region – einen der entscheidenden Pfeiler des gesellschaftlichen Zusammenhalts. In diesem Jahr wurden drei Vereine (Mensch Mach Mit! e.V., die Bürgerstiftung Lißberg und der Förderverein Freibad Maibach e.V.) ausgezeichnet, die auf ganz unterschiedliche, aber gleichermaßen beeindruckende Weise zeigen, was in der Wetterau bewegt werden kann, wenn Menschen zusammenkommen und Verantwortung übernehmen. Für musikalische Begleitung sorgte das Duo „More than Swing", im Anschluss lud die SPD zu einem geselligen Beisammensein mit Imbiss ein. „Ohne das Ehrenamt funktioniert unsere Gesellschaft nicht" – Natalie Pawlik eröffnet den Abend - In ihrer Eröffnungsrede betonte Bundestagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Natalie Pawlik die Bedeutung des Ehrenamts für das gesellschaftliche Miteinander:
„Wenn wir in unserer Wetterau unterwegs sind – auf Dorffesten, bei der Feuerwehr, in Sportvereinen, Kulturinitiativen oder Nachbarschaftsprojekten, dann spüren wir alle, dass ohne das Ehrenamt unsere Gesellschaft nicht funktionieren würde." Pawlik erinnerte an die Ursprünge der Veranstaltung, die auf eine Idee des ehemaligen Landrats Rolf Gnadl aus dem Jahr 2001 zurückgeht, und an das Leitbild des früheren Bundespräsidenten Johannes Rau, der das Ehrenamt als „Kitt der Gesellschaft" bezeichnete. Zugleich hob Pawlik hervor, dass Engagement politische Unterstützung brauche:
„Engagement lebt nicht nur von Überzeugung, sondern auch davon, dass wir als Gesellschaft und Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen." Dazu gehören für sie insbesondere eine verlässliche Förderung, weniger Bürokratie sowie eine bessere Anerkennung und Absicherung ehrenamtlicher Arbeit. Mit dem Sondervermögen Infrastruktur, dem Bundesprogramm zur Sanierung von Sportstätten und der Erhöhung der Ehrenamtspauschalen seien wichtige Schritte auf Bundesebene unternommen worden, um ehrenamtliches Engagement dauerhaft zu stärken.
Marion Götz ehrt „Mensch Mach Mit! e.V." – gelebte Inklusion in der Wetterau - Als erste Ehrung des Abends erhielt der Verein „Mensch Mach Mit! e.V." den Ehrenamtspreis. In ihrer Laudatio hob Marion Götz die Bedeutung des Vereins hervor, der sich seit Jahren für gelebte Inklusion und Integration einsetzt. „Der Name ist hier nicht nur Motto, sondern Versprechen: ‚Mensch mach mit!' – und das spürt man in jedem Projekt. Hier werden Teilhabe und Gemeinschaft Wirklichkeit." Der Verein schafft Räume, in denen Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich gemeinsam aktiv sind – ob bei Diskoabenden, der Fahrspaßschule, vielfältigen generationenübergreifenden kulturellen und sozialen Angeboten oder dem überregional bekannten „Mensch Mach Mit Festival", Hessens größtem inklusiven Festival. Götz würdigte das Engagement des Vorstandsteams um Klaus Schumacher und Nadine Ahrens und der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer:
„Der Verein hat mit seinem Angebot über die Jahre auch überregional hohe Strahlkraft entwickelt und nimmt zwischenzeitlich eine besondere Rolle im kulturellen Inklusionsangebot Hessens ein. Für diese herausragende und in der gesamten Region einmalige Arbeit und für seine Vision, dass alle – wirklich alle – bei allem mitmachen können und sollen, erhält Mensch mach mit! den Ehrenamtspreis der SPD Wetterau 2025."
Lisa Gnadl ehrt die „Bürgerstiftung Lißberg" – ein Dorf rettet sein Herzstück - Mit sichtlicher Freude überreichte Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl den Preis an die Bürgerstiftung Lißberg, die das alte Schulgebäude vor dem Abriss bewahrte und ihm neues Leben eingehaucht hat. „Sie haben bewiesen, dass man Begegnungsorte retten und ihnen neues Leben einhauchen kann – nicht mit Geld, sondern mit Gemeinschaft, ehrenamtlicher Kraft und Zeit", so Gnadl in ihrer Laudatio. „Sie zeigen, dass Ehrenamt nicht nur Arbeit ist, sondern Begeisterung, Verantwortung und Liebe zum eigenen Stadtteil." Die Bürgerstiftung Lißberg sei damals entstanden, um das Schulgebäude vor dem Abriss zu retten, nachdem es aus technischen Gründen durch die Freiwillige Feuerwehr nicht mehr genutzt werden konnte. Heute sei es zu einem Bürgertreff für Jung und Alt geworden und wird als lebendiger Mittelpunkt genutzt als Unterkunft für Radreisende oder Wanderer, für Spielenachmittage, kulturelle Veranstaltungen, zum Kaffeetrinken und vielem mehr.
Gnadl hob auch die Rolle von Harald Steiper hervor, dessen Beharrlichkeit entscheidend zum Erfolg der Stiftung beitrug, sowie die Unterstützung der ehemaligen Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring, die sich in einer schwierigen Phase klar hinter die Stiftung gestellt hatte. Harald Steiper nahm zusammen mit Lars Corsmeyer und Klaus Ledderhose die Auszeichnung sichtlich bewegt entgegen und betonte: „Es ist wichtig, dass wir dem, was uns das Leben gibt, auch etwas zurückgeben."
Ehrenamtspreis für den „Förderverein Freibad Maibach e.V." – Engagement, das Wellen schlägt - Zum Abschluss der Ehrungen hielt Natalie Pawlik selbst die Laudatio auf den Förderverein Freibad Maibach e.V., der mit rund 300 Mitgliedern aus der gesamten Region seit 20 Jahren für den Erhalt und die Weiterentwicklung des 1959 eröffneten Freibads sorgt. „Ihr Engagement ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht irgendwo beginnt, sondern direkt vor unserer Haustür. Das Freibad ist in Maibach mehr als ein Ort zum Schwimmen. Es ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs, des Zusammenkommens, ein Stück gelebte Gemeinschaft", betonte Pawlik. Mit viel Herzblut und tausenden Arbeitsstunden haben die Ehrenamtlichen das Freibad saniert, gepflegt und zu einem lebendigen Treffpunkt für Familien und Kinder gemacht. Dank der freiwilligen Badeaufsicht von 14 Mitgliedern konnten die Öffnungszeiten in der letzten Saison um 300 Stunden verlängert werden.
"Und natürlich bringen Sie mit Ihren Veranstaltungen Leben in den Ort: Das Schwimmbadfest ist längst Tradition – mit Kinderdisko, Hüpfburg und Party-Band wird hier einen Tag lang gefeiert, gelacht und Gemeinschaft gelebt. Der Erlös kommt dem Freibad zugute", ergänzte die Bundestagsabgeordnete. Auch die humorvollen Seiten des Engagements kamen in der Laudatio nicht zu kurz – Natalie Pawlik berichtete vom legendären „Maibacher Arsch-Bomben-Contest", der jedes Jahr zahlreiche Besucher anzieht. Die Sozialdemokratin betonte besonders den Einsatz der Vorsitzenden Eva Haas, die seit 2024 den Verein führt, und des gesamten Vorstandsteams, sowie das Engagement der früheren Vorsitzenden Astrid Möser und Ottmar Rees, die das Freibad über zwei Jahrzehnte geprägt haben.
Alle Preisträgerinnen und Preisträger erhielten neben Blumen und Urkunde auch eine von der Ortenberger Künstlerin Ulrike Obenauer gestaltete Rose aus Metall als bleibendes Symbol des Dankes sowie die Einladung der Bundestagsabgeordneten zu einer politischen Informationsreise nach Berlin. Mit Musik, einem gemeinsamen Abendessen und vielen Gesprächen klang der Abend in der Rosbacher Wasserburg aus.


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