Anlässlich der Veröffentlichung der neuen Broschüre „Flächensparoffensive“ sagte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler): „Unser Ziel ist es, die dynamische Entwicklung der Gemeinden in Niederbayern zu stärken und gleichzeitig eine flächeneffiziente Umsetzung mit entsprechenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Vorteilen zu erreichen. Mit der neuen Broschüre erhalten Kommunen und Planer wichtige Informationen zu Förderprogrammen, Ansprechpersonen und Planungshilfen. Die praxisnahe Broschüre zeigt bereits erfolgreich umgesetzte Praxisbeispiele aus den sieben Regierungsbezirken“, sagt Aiwanger.
Der Freistaat Bayern mit seiner Gesamtfläche von 70.542 km² weist aktuell eine Siedlungs- und Verkehrsfläche von 8.594 km² auf. Regional stellt sich die Flächenneuinanspruchnahme im Jahr 2020 sehr unterschiedlich dar. In der Broschüre werden Praxisbeispiele vorgestellt, wie Flächenschonung und Nachhaltigkeit vor Ort umgesetzt werden kann. Die Beispiele reichen von generationenübergreifenden Wohnformen über Möglichkeiten zur Revitalisierung von Konversionsflächen bis hin zur flächeneffizienten Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur. Dabei werden im Sinne einer flächenschonenden Siedlungsentwicklung die Auswirkungen des demographischen Wandels bei der Flächennutzung berücksichtigt.
Aktive Innenentwicklung betreiben viele Kommunen in Unterfranken schon seit längerem. Die Regionen Bayerischer Untermain und Main-Rhön wiesen dementsprechend zwischen 2015 und 2020 mit 0,1 bzw. 0,2 ha/Tag Flächenneuinanspruchnahme einen bayernweit unterdurchschnittlichen Wert auf. Trotzdem sind vor dem Hintergrund der demographischen Herausforderungen weiterhin Maßnahmen für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung notwendig. In Unterfranken werden im Rahmen des Regional- und Konversionsmanagement mehrere erfolgreiche Flächensparprojekte vom Wirtschaftsministerium gefördert. Eines davon ist im Landkreis Main-Spessart zu finden, hier wird biszum Jahr 2039 mit einem Bevölkerungsrückgang von rund fünf Prozent gerechnet. Der Bedarf an Wohnraum wird zurückgehen. Daher heißt es jetzt schon eine kluge und zukunftssichere Planung der Siedlungsentwicklung in Angriff zu nehmen, um die Funktion der Ortskerne und die Attraktivität der Orte mit wenig Leerstand zu sichern. Das Regionalmanagement setzt auf ein Bündel von Maßnahmen bestehend aus Information, Vermittlung, Beratung und Aktionen. Alternative Wohnformen, Wohnraumberatung oder barrierefreies Wohnen sollen den „Wohn(t)raum mitten im Ort“ erfüllen. Ein weiteres spannendes Projekt ist im Landkreis Schweinfurt entstanden. Unter dem Titel „Gemeinsam neue Wege in der Innenentwicklung denken und gehen“ wurde ein Handbuch Baukultur verfasst. Mit diesem Hilfsmittel wird einerseits das langjährige Engagement für das Flächensparen in der Region evaluiert, andererseits in der Vergangenheit erfolgreich beschrittene Wege weiterentwickelt.
Weitere Praxisbeispiele aus Oberbayern, Oberfranken, der Oberpfalz, Niederbayern, Mittelfranken und Schwaben zum Flächensparen und die Informationsbroschüre sind auf www.landesentwicklung-bayern.de/flaechenspar-offensive zu finden.







