Um Pilze in Bayerns Natur noch besser zu schützen, fördert der Bayerische Naturschutzfonds ein innovatives landesweites Projekt.
Bayerns Umweltminister und Stiftungsratsvorsitzender des Naturschutzfonds, Thorsten Glauber, hat dazu heute in Bad Staffelstein den Startschuss gegeben. Glauber betonte: "Pilze sind die heimlichen Stars der Biodiversität. Sie wirken eher im Hintergrund, sind aber unentbehrlich für vitale Ökosysteme. Mit unserem bayernweiten Vorzeigeprojekt holen wir die Pilze ins Scheinwerferlicht. Naturschutz, Ehrenamt und Forschung ziehen dabei an einem Strang. Der Bayerische Naturschutzfonds fördert das Projekt vier Jahre lang mit insgesamt rund 764.000 Euro und setzt damit neue Maßstäbe im Arten- und Lebensraumschutz. Ziel ist, Pilze noch besser zu schützen. So stärken wir Bayerns einzigartige Natur." Übergeordnetes Projektziel ist der Schutz von Pilzen in Offenlandlebensräumen und Feuchtgebieten.
Konkret sollen im Rahmen des Projekts die Wiederansiedlung gefährdeter und seltener Pilzarten, die Sicherung ihrer Lebensräume durch gezielte Artenhilfsmaßnahmen und die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für die Bedeutung der Pilzarten vorangebracht werden. Wesentlicher Bestandteil ist die genaue Erfassung der Pilzflora. Dafür und zur Optimierung der Naturschutzmaßnahmen werden Kartierung, Citizen-Science-Projekte und innovative Ansätze wie Metabarcoding, Myzelanimpfung von Totholz, Mahdgutübertragung, also moderne Forschung mit bewährtem Artenschutz kombiniert. Zur dauerhaften Sicherung von Flächen für den Pilzartenschutz ist gegebenenfalls auch Grunderwerb vorgesehen.
Träger des Projekts "Pilzartenschutz in Bayern mit Schwerpunkt Offenlandlebensräume und Feuchtgebiete" ist federführend der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. (LBV) mit der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft e.V. (BMG) in Kooperation mit der Universität Bayreuth. Über die Projektsteuergruppe werden das Landesamt für Umwelt (LfU) und die örtlichen Naturschutzbehörden mit einbezogen. Die Gesamtkosten des bis Ende 2029 laufenden Projekts liegen bei knapp 899.000 Euro; der Bayerische Naturschutzfonds fördert es mit 85 Prozent.
Die Handlungsfelder des Projekts umfassen:
- CHEGD-Kartierung – Pilze als Indikatorarten für die Naturschutzpraxis CHEGD steht für fünf Pilzartengruppen des Offenlands: Clavariaceae (Keulen- und Korallenpilze), Hygrocybe (Saftlinge), Entoloma (Rötlinge), Geoglossaceae (Erdzungen) und Dermoloma (Samtritterlinge).
- Verschiedene Pilz-Artenhilfsprojekte (z.B. für die Indikator-Arten oder gezielte Pilzarten, wie die zwei äußerst seltenen, holzbesiedelnden Arten, der Struppige Stachelrindenpilz und der Zweisporige Prachtnabeling)
- Citizen-Science-Projekt "Pilze und Vögel als Ökosystem-Ingenieure, Kartierung holzbewohnender Pilze bei Spechthöhlen"
- Projektmanagement und Flächenerwerb.







