Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach betonte am Montag in München: „Mit dem neuen Portal bringen wir wichtige Leistungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes direkt auf das Smartphone oder den Computer der Menschen. Das spart Zeit, reduziert Bürokratie, erleichtert die Kommunikation und sorgt für mehr Effizienz sowohl für die Menschen als auch für die Gesundheitsämter." Gerlach fügte hinzu: „Unser Ziel ist ein moderner, digitaler Öffentlicher Gesundheitsdienst. Bürgerinnen und Bürger, Organisationen und Unternehmen können über das Portal unter anderem Termine vereinbaren, Anträge einreichen, Dokumente hochladen, Bescheide abrufen oder Rückfragen stellen – unabhängig von Öffnungszeiten und ohne unnötige Wege."

Das Portal gesundheitsamt.bayern ist ein gemeinsames Angebot des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention und des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Es steht allen 76 bayerischen Gesundheitsämtern zur Verfügung und wird seit 11. März 2026 schrittweise in den Gesundheitsämtern eingeführt. Aktuell haben zehn Gesundheitsämter in sechs Regierungsbezirken angekündigt, in den nächsten Wochen im Portal Leistungen freizuschalten. Online sind bereits Leistungen der Gesundheitsämter Augsburg Land, Deggendorf und Hof. Weitere sieben Gesundheitsämter sind angeschlossen und werden nach Abschluss interner Tests sukzessive online gehen (Mühldorf, Traunstein, Roth-Schwabach, Rhön-Grabfeld, Lichtenfels, Erding, Berchtesgadener Land). Bis Ende 2027 sollen alle übrigen Gesundheitsämter folgen.

Aktuell stehen sechs digitale Dienstleistungen zur Verfügung. Die Gesundheitsleistungen beinhalten unter anderem die Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt bei übertragbaren Erkrankungen, die Terminvereinbarung sowie die Übermittlung von Unterlagen vor der Schuleingangsuntersuchung. Auch amtsärztliche Begutachtungen, etwa für Behörden oder Arbeitgeber, sowie Meldungen im Bereich der Medizinalaufsicht, bei der es beispielsweise um die gesetzlich vorgeschriebene Anzeigepflicht bestimmter Gesundheitsberufe geht, können über das Portal abgewickelt werden. Die Ministerin betonte zudem: „Gesundheitsdaten gehören zu den sensibelsten Informationen. Deshalb wurde bei der Entwicklung des Portals von Anfang an großer Wert auf höchste Datenschutz- und Sicherheitsstandards gelegt." In den Gesundheitsämtern liegen die online eingereichten Formulare in einer einheitlichen und datenschutzkonformen IT-Umgebung vor. Das sorgt für effizientere Abläufe und schafft mehr Übersicht.

Prof. Dr. Christian Weidner, Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, ergänzte: „Die COVID-19-Pandemie hat uns allen gezeigt, wie wichtig eine effiziente Melde- und Kommunikationsstruktur für alle Arbeits- und Lebensbereiche ist. Dafür stellt uns die Digitalisierung entsprechende Tools und Anwendungen bereit. Für unser Online-Portal bedeutet das konkret: Bürgerinnen und Bürgern bekommen einen unmittelbaren, zeitunabhängigen Zugang zu wichtigen Services und die Kolleginnen und Kollegen an den Gesundheitsämtern erhalten mehr Freiraum für andere wichtige Aufgaben." Die Anwendung „gesundheitsamt.bayern – Mein digitales Gesundheitsamt" wurde als Open-Source-Software entwickelt. Dadurch können künftig auch andere Bundesländer die Lösung nutzen und von den Erfahrungen in Bayern profitieren. Das Projekt wurde im Rahmen des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst von der Europäischen Union – NextGenerationEU gefördert.