Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger fordert den Bund auf, den Bau von Gaskraftwerken jetzt mit maximaler Geschwindigkeit zu betreiben.
Angesichts des Ausstiegs aus der Kernkraft und des fortschreitenden Kohleausstiegs betont Aiwanger die unverzichtbare Rolle moderner, grundsätzlich wasserstofffähiger Gaskraftwerke als Rückgrat der Energiewende. Aiwanger: "Die anhaltende Verzögerung bei der Umsetzung der Kraftwerksstrategie gefährdet die Versorgungssicherheit in ganz Deutschland. Bis Anfang der 2030er Jahre müssen neue Gaskraftwerke ans Netz, wir reden von über 12 Gigawatt, mittelfristig über 20 Gigawatt, sonst müssen wir noch länger auf Kohlekraftwerke setzen, die bis dahin teilweise technisch nicht mehr zuverlässig arbeiten. Das ist ein energiepolitisches Risiko. Besonders während Dunkelflauten drohen ohne langfristig verfügbare und steuerbare Kapazitäten massive Engpässe. Wir hatten die letzten Jahre hunderte Dunkelflauten von mehreren Stunden, teilweise über 10 Stunden am Stück, wo wir auf fossile Kraftwerke angewiesen waren. Das wird auch trotz Speicherausbau überwiegend so bleiben.
Wir können mit Speichern kurze Zeitfenster überbrücken, aber nicht so einfach halbe Tage. Der Ausbau der Erneuerbaren muss mit schnell regelbaren Gaskraftwerken flankiert werden, sonst gehen die Lichter aus und die Industrie weg aus Deutschland. Deshalb muss der Bund bei der Kraftwerksstrategie jetzt schnell liefern. Es dürfen auch keine Gasspeicher geschlossen werden, beispielsweise Bierwang, sondern wir müssen eine Nationale Notreserve Gas anlegen und solche Gasspeicher auch für Wasserstoff nutzen.“ Ein belastbares und zukunftsfähiges Energiesystem erfordert ein Zusammenspiel verschiedener Technologien, die sich gegenseitig ergänzen und unterschiedliche Funktionen für die Netzstabilität übernehmen. Während erneuerbaren Energien einen immer größer werdenden Anteil der Stromerzeugung bilden und Batteriespeicher kurzfristige Flexibilität im Netz ermöglichen, sind Gaskraftwerke für die Bereitstellung gesicherter Leistung unverzichtbar.
Sie stehen dann zur Verfügung, wenn wetterabhängige Quellen und Speicher an ihre physikalischen Grenzen stoßen. Nur durch dieses technologische Zusammenspiel lässt sich ein Energiesystem realisieren, das die Balance zwischen Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz hält. Aiwanger: "Um die notwendigen Investitionen in neue Kraftwerksprojekte anzureizen - vor allem im industriestarken Süden Deutschlands - ist zeitnah ein verlässlicher Rahmen erforderlich. Bei der Kraftwerksstrategie müssen die systemrelevanten und netzdienlichen Standorte an den Lastschwerpunkten bevorzugt berücksichtigt werden." Deshalb müsse der Zuschnitt des „netztechnischen Südens“ kritisch hinterfragt werden und solle nur den tatsächlichen geografischen Süden Deutschlands umfassen.







