Darauf hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach am Samstag anlässlich des „Internationalen Tags der Pflegenden“ am 12. Mai hingewiesen. Gerlach betonte: „Unsere Pflegekräfte leisten Großartiges und wachsen dabei täglich über sich hinaus. Dafür verdienen sie nicht nur unsere Anerkennung und unseren Respekt, sondern auch unsere Unterstützung, denn nur zufriedene Pflegekräfte können eine qualitativ hochwertige pflegerische Versorgung aufrechterhalten.“ Gerlach ergänzte: „Die Pflege ist eines der großen Zukunftsthemen, weil die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2050 erheblich steigen wird. Daneben werden zahlreiche Pflegekräfte in den kommenden zehn Jahren aus altersbedingten Gründen aus dem Beruf ausscheiden. Klar ist, dass wir Pflegekräfte im Beruf halten und viele zusätzliche Pflegekräfte gewinnen müssen! In Bayern gehen wir diese Herausforderung tatkräftig an und wollen die Lage für die Mitarbeitenden im Pflegebereich und damit auch für die pflegebedürftigen Menschen weiter verbessern.“

Die Ministerin fügte hinzu: „Im Herbst 2022 haben wir beispielsweise die Kampagne ‚NEUE PFLEGE – Eine Ausbildung. Mehr Möglichkeiten.‘ gestartet, um insbesondere mehr junge Leute für den Pflegeberuf zu gewinnen, aber auch Quereinsteiger anzusprechen. Die Kampagne zeigt, wie herausfordernd, aber auch abwechslungsreich und spannend der Pflegeberuf ist.“ Seit Juli 2023 werden die Anerkennungsverfahren für Pflegekräfte mit ausländischen Abschlüssen zentral beim Landesamt für Pflege (LfP) bearbeitet. Gerlach betonte: „Unsere ‚Fast Lane‘ ist ein voller Erfolg. Die volldigitale und einheitliche Antragsbearbeitung beim Landesamt für Pflege sorgt dafür, dass trotz eines Anstiegs der Antragszahlen gegenüber 2022 um über 25 Prozent – von circa 3.600 auf circa 4.500 – die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten um rund ein Viertel von circa sieben Wochen auf circa fünf Wochen reduziert werden konnten."

Die Ministerin ergänzte: „Insgesamt hat das Landesamt für Pflege seit 1. Juli 2023 bereits 3.807 Anträge (Stand: 25.04.2024) bearbeitet. Durch eine Beschleunigung der aufenthaltsrechtlichen und Anerkennungsverfahren ist es gelungen, dass rasch mehr Pflegekräfte in Bayern arbeiten können. Ich setze drauf, dass sich das Tempo durch den geplanten Einsatz künstlicher Intelligenz weiter beschleunigen wird.“ Die Ministerin betonte: „Die beste Werbung für die Pflege sind die Menschen, die gerne in ihren Berufen arbeiten und anderen davon erzählen. Mit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung und der Akademisierung der Pflege ist bereits ein wichtiger Schritt in Richtung Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs gemacht worden. Auch die Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten beispielsweise leistet einen wichtigen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung.“ Gerlach fügte hinzu: „Es braucht aber unter anderem auch verlässliche Arbeitszeiten, um die Attraktivität des Pflegeberufs weiter zu steigern. In Bayern unterstützen wir die Pflegeeinrichtungen bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen. So fördern wir aktuell ein Modellprojekt zur Erprobung von 33 Springerkonzepten in der Langzeitpflege mit einer Summe von bis zu 7,5 Millionen Euro.“

Bayern setzt sich zudem auf Bundesebene mit Bundesratsinitiativen für bessere Arbeits- und Rahmenbedingungen für Pflegekräfte ein. So forderte der Freistaat beispielsweise weitere Steuerbefreiungen von Gehaltsbestandteilen in der Pflege und nachhaltige Maßnahmen zur Eindämmung der Leiharbeit inkl. Forderung nach flächendeckender Refinanzierung von Springerkonzepten in der Pflegebranche. Die Ministerin unterstrich: „Bayern kann leider nicht im Alleingang agieren. Die Bundesregierung muss in diesem Bereich endlich tätig werden.“ Gerlach sagte: „Als ehemaliger Digitalministerin ist es mir ein Anliegen, die Vorteile der Digitalisierung und Technisierung im Pflegebereich noch stärker zu nutzen. Sie sind ein Baustein, um dem Pflegenotstand wirksam entgegenzutreten und den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Bayern startet deshalb in diesem Jahr unter dem Titel ‚Pflege für morgen – selbstbestimmt, ganzheitlich, generationengerecht und digital‘ eine HighCare Agenda, mit der wir die Voraussetzungen schaffen, um die digitale Revolution in die Pflege zu bringen. Wir wollen Pflege ganzheitlich denken, Technik als Hilfe für Helfende einsetzen und die Forschung und Entwicklung von Pflegeassistenzsystemen sowie Robotik-Innovationen in die Versorgung bringen. Dazu gehört auch die gezielte Unterstützung von digitalen Pflegeanwendungen.“

Die Ministerin ergänzte: „Der technische Fortschritt bringt uns aber nichts, wenn die Pflegekräfte ihn nicht als Bereicherung und Erleichterung des Arbeitsalltags, sondern als Zusatzbelastung verstehen. Darum ist es mir so wichtig, die Menschen im Pflegebereich mit ins Boot zu holen, mit ihnen gemeinsam die Maßnahmen der HighCare-Agenda zu diskutieren und an den konkreten Bedarfen aus der Praxis auszurichten. Wir brauchen eine breit angelegte Informationskampagne bei Pflegenden und Gepflegten. Dabei hilft uns, Digitalisierung und Technisierung erlebbarer zu machen, indem wir digitale Musterpflegeeinrichtungen entwickeln und mit Roadshow-Konzepten und mobilen Pflege-Labs die Technik zu den Einrichtungen im Land bringen.“ Bereits seit 1965 wird der Internationale Tag der Pflegenden jährlich am 12. Mai zu Ehren aller im Pflegeberuf tätigen Menschen begangen.


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