Diese beiden wesentlichen Ergebnisse hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute bei der Vorstellung der neuen regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik in Fürth bekanntgegeben. Herrmann: "In den kommenden 20 Jahren wird Bayern um voraussichtlich 4,6 Prozent auf rund 13,98 Millionen Menschen wachsen. Das bedeutet einen Zuwachs von rund 610.000 Menschen." Aber auch Bayerns Altersstruktur verändere sich deutlich: "Das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Freistaat steigt in den kommenden zwei Jahrzehnten um fast eineinhalb Jahre von 44,0 auf 45,4 Jahre. Die Altersgruppe über 67 wird auf 3,2 Millionen Menschen ansteigen. Der ländliche Raum wird dabei stärker von der alternden Gesellschaft betroffen sein."

Für den Innenminister steht daher fest: "Gerade mit Blick auf die künftige Altersstruktur ist offensichtlich, dass wir auf die gezielte und passgenaue Zuwanderung von ausländischen Fachkräften aus der EU und Drittstaaten angewiesen sind. Mit einer illegalen und unkontrollierten Migration, wie wir sie gerade erleben, werden wir die „Nachwuchsprobleme“ nicht lösen können. Ganz im Gegenteil: Wir schaffen neue Probleme und überfordern auch unsere Sozialsysteme sowie die Integrationsfähigkeit unseres Landes", warnte Herrmann mit Blick auf die bundesweit rund 987.000 arbeitslosen Ausländer (Stand: Dezember 2023).

Ein Allheilmittel gegen die demographische Alterung sei aber auch die gesteuerte Migration nicht: „Wir stoßen vielerorts an die Grenzen des Wachstums – etwa beim Flächenverbrauch oder beim Wohnungsbau, insbesondere in den großen Städten. Unser Ziel muss deshalb auch sein, das Wachstum in alle Räume Bayerns zu lenken, weg von überhitzten Ballungsräumen. Wir müssen in allen Regionen verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Unser Ziel bleibt dabei, gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu ermöglichen.“ Viele Räume außerhalb der großen Städte seien in den vergangenen Jahrzehnten für junge Menschen deutlich attraktiver geworden. Regionen, denen früher noch erhebliche Verluste vorausberechnet wurden, können laut Herrmanns Worten nach der aktuellen Berechnung nun mit stabilen oder allenfalls nur moderat rückläufigen Bevölkerungszahlen rechnen. „Diese Entwicklung müssen wir weiter unterstützen.“

Spitzenreiter beim zukünftigen Bevölkerungswachstum unter den Regierungsbezirken ist zum zweiten Mal in Folge Schwaben: "Dort nimmt die Bevölkerung bis 2042 voraussichtlich um 7,9 Prozent zu, gefolgt von Oberbayern mit einem Plus von 6,6 Prozent und Niederbayern mit einem Plus von 6,2 Prozent", erläuterte Herrmann. Die Oberpfalz (+3,4 Prozent) und Mittelfranken (+2,8 Prozent) verzeichnen ein leichtes Plus. Unterfranken (-0,5 Prozent) und Oberfranken (-2,0 Prozent) weisen in der Vorausberechnung eine leicht rückläufige Einwohnerzahl auf.


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