Gerlach treibt Digitalisierung in der medizinischen Ausbildung voran

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Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach treibt die Digitalisierung in der Medizinischen Ausbildung voran.

Gerlach betonte am Freitag in München anlässlich des Starts des Modellprojekts „DigiMFA“, das mit rund 76.000 Euro vom Freistaat Bayern gefördert wird: „Es ist ein wichtiges Anliegen, dass bereits in der Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten oder zum medizinischen Fachangestellten (MFA) Grundkompetenzen von digitalen Anwendungen und Prozessen vermittelt und verbessert werden. Ich freue mich deshalb, dass die am Projekt teilnehmenden Auszubildenden mit der Umsetzung der digitalen Musterpraxis einen Übungsraum erhalten, in dem sie sich parallel zur praktischen Tätigkeit in einer Arztpraxis ausprobieren können.“ In dem Modellprojekt „DigiMFA“, das von Frau Professorin Eveline Wittmann von der Technischen Universität München (TUM) geleitet wird, soll eine digitale Musterpraxis erprobt und wissenschaftlich evaluiert werden. Hierzu wird das Digitallabor der TUM, in dem die TUM Lehrkräfte ausbildet, verwendet. Anhand digitaler Lernsituationen, die die Auszubildenden in der digitalen Musterpraxis erleben, soll untersucht werden, ob ein Beitrag zur Verbesserung der digitalen Grundkompetenzen in der Ausbildung von medizinischen Fachangestellten geleistet werden kann. Das Projekt läuft vom 1. Dezember 2023 bis zum 31. Dezember 2024.

Gerlach erläuterte: „Im Bereich der medizinischen Fachangestellten zeigt sich zunehmend ein Fachkräftemangel. Ein Hebel, mit dem wir entgegensteuern können, ist, dass wir eine modifizierte, modernisierte und somit attraktivere Ausbildung gestalten. Dazu gehört auch der souveräne Umgang mit den Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) wie beispielsweise der Elektronischen Patientenakte (ePA), dem E-Rezept oder der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Gerlach fügte hinzu: „Aber auch ein Verständnis des Datenschutzes ist wichtig, da es sich bei Gesundheitsdaten um besonders sensible Daten handelt, die gerade eines besonderen Schutzes bedürfen. Digitalisierung kann auch im Bereich der medizinischen Versorgung den Leistungserbringern das Leben vereinfachen und aufwendige Prozesse verschlanken - und gleichzeitig sowohl die Behandlungs- als auch Berufsqualität verbessern. Dies kommt schlussendlich den Patientinnen und Patienten und somit allen Menschen zu Gute. Dieses Modellprojekt kann uns dabei weiterhelfen, dass junge Menschen für das wichtige Berufsfeld motiviert und in der Anwendung von digitalen Prozessen immer besser werden.“

Professorin Eveline Wittmann, Leiterin des Lehrstuhls für Berufspädagogik an der TUM, erklärte: „Im Projekt DigiMFA setzen wir Lernsituationen um, in denen der Nutzen der Digitalisierung für medizinische Versorgungsprozesse deutlich wird. Es soll aber auch vermittelt werden, welche Konsequenzen Fehler im Umgang mit Daten von Patientinnen und Patienten haben, wie etwa fehlerhafte Eingaben oder mangelhafter Datenschutz. Realsimulationen wie die digitale Musterpraxis bieten gerade dafür besondere Chancen, weil diese Folgen in der alltäglichen Versorgungspraxis oft nicht dargestellt oder, wie die Folgen mangelnden Datenschutzes, oft gar nicht erfahren werden können. Der Lehrstuhl für Berufspädagogik kann dazu auf ein Repertoire von Lernsituationen zurückgreifen, die für die gesundheitsberufliche Ausbildung bereits eingesetzt werden.“

Gerlach betonte: „Die Digitalisierung führt zu einem tiefgreifenden Wandel in Gesellschaft, Beruf und Lehre. Mit der zunehmenden Digitalisierung in Wirtschaft und Arbeitswelt ändern sich auch die Anforderungen an die berufliche Ausbildung, die Bildungseinrichtungen und den Nachwuchs – auch im Gesundheitsbereich. Deshalb sind Modellprojekte dieser Art so wichtig, um digitale Kompetenzen zu verbessern, zu verstetigen und die Ausbildungscurricula zeitgemäß anzupassen.“


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