Bayern investiert weiter kräftig in den Ausbau von Pflegeplätzen

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Mit Hilfe des bayerischen Förderprogramms „PflegesoNah“ schreitet der Ausbau der pflegerischen Versorgungsstruktur in Bayern weiter voran.

Darauf hat Bayerns amtierende Gesundheits- und Pflegeministerin Ulrike Scharf am Donnerstag in München anlässlich der Übergabe eines Förderbescheids für das BRK-SeniorenWohnen München Kieferngarten hingewiesen. Scharf betonte: „Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, eines Tages pflegebedürftig zu werden oder an Demenz zu erkranken. Darauf müssen wir vorbreitet sein und individuelle Angebote für Menschen mit Pflegebedarf entwickeln. Was hier im SeniorenWohnen Kieferngarten konzeptionell erarbeitet wurde und umgesetzt wird, ist vorbildlich! Durch den Ersatzneubau entsteht eine moderne Anlaufstelle für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. Durch die Öffnung in den sozialen, gesellschaftlichen Raum wird auch die Nachbarschaft von den Angeboten profitieren.“ Die Ministerin ergänzte: „Pflegebedürftige Menschen wollen möglichst lange zu Hause wohnen bleiben. Dieser sehr nachvollziehbare Wunsch kann aber leider nicht immer erfüllt werden. Die moderne Gestaltung, der Komfort und die Architektur der Einrichtung wird den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern das Einleben und das Wohlfühlen in einer fremden Umgebung erleichtern. Darüber hinaus wird der Kontakt zu Mitmenschen durch regelmäßige Begegnungsmöglichkeiten mit den Angehörigen und der Öffentlichkeit gefördert. Besonders zu erwähnen ist beispielsweise die Bildung von ehrenamtlichen Tandems mit Studentinnen und Studenten. So wird das Erfahrungswissen der Seniorinnen und Senioren genutzt und gefördert. Der Austausch und die gesellschaftlichen Aktivitäten bringen nicht nur Abwechslung in den Alltag der Seniorinnen und Senioren, sondern sie fühlen sich nach wie vor wertgeschätzt als wichtiger und gefragter Teil der Gesellschaft. Das ist die beste ‚Medizin‘ gegen die immer mehr zunehmende Vereinsamung in unserer Gesellschaft.“

Die Ministerin fügte hinzu: „Besonders freut mich, dass in der neuen Einrichtung die aktuellen Erkenntnisse der Demenzsensibilität berücksichtigt und praktisch umsetzt werden. Neben einem parkähnlichen Garten mit altersgerechten Sportmöglichkeiten helfen zum Beispiel speziell zur Demenzsensibilität geschulte Fachkräfte durch biografische Aspekte den Menschen individuell dabei, sich zu orientieren. Wir fördern die Schaffung von 135 modernen Pflegeplätzen im Rahmen des Investitionskostenförderprogramms ‚PflegesoNah‘ mit rund 7,7 Millionen Euro.“ Die 135 Pflegeplätze setzen sich zusammen aus drei Kurzzeitpflege-, 15 Tagespflege- und 117 Pflegeplätzen in einem stationären Pflegeheim mit Öffnung in den sozialen Nahraum. Die Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes GmbH (Tochtergesellschaft des BRK) ist Antragstellerin und zukünftige Bauherrin des Projekts Quartiersentwicklung SeniorenWohnen Kieferngarten.  Brigitte Meyer, Vizepräsidentin des BRK und Aufsichtsratsvorsitzende der Tochtergesellschaft „Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes GmbH“, sagte: „Im Neubau setzen wir auf neue Standards und möchten das Lebensgefühl im Alter noch weiter steigern. In Gemeinschaftsräumen, die größer dimensioniert sind als derzeit vorgeschrieben, kann deshalb auch trotz Bettlägerigkeit an Konzerten oder Feierlichkeiten teilgenommen werden. Denn: Das Leben in einer sozialen Gemeinschaft ist für uns Lebensqualität.“

Meyer ergänzt: „Die Förderung des Freistaates Bayern ermöglicht den Neubau einer stationären Pflegeeinrichtung mit 120 Pflegeplätzen und den Bau einer Tagespflege für 15 Seniorinnen und Senioren in einem viergeschossigen Ersatzneubau. Die Förderung reduziert die Baukosten und damit auch die sogenannten Investkosten, die sonst auf die Bewohnerinnen und Bewohner umgelegt werden müssten. Die Förderung kommt also direkt den Pflegebedürftigen zugute!“ Meyer fügte an: „Besonders ist an diesem Bauprojekt: Der Pflegebetrieb wird während der gesamten Bauzeit weiterlaufen und die Bewohnerinnen und Bewohner werden während der zweijährigen Bauzeit in den Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen unseres zehngeschossigen Hochhauses betreut.“ Scharf bekräftigte: „Mit dem Förderprogramm ‚Pflege im sozialen Nahraum' unterstützt der Freistaat Bayern seit 2020 die Schaffung neuer oder umgebauter Pflegeplätze – mit sehr großem Erfolg. Auch im Jahr 2023 stieß das Förderprogramm ‚PflegesoNah‘ auf reges Interesse: 41 Projekte wurden für eine Förderung vorgesehen. Wir fördern damit in diesem Jahr bayernweit rund 1.900 Pflegeplätze mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 85,5 Millionen Euro – so viele Pflegeplätze wie nie zuvor in einem PflegesoNah-Förderjahr.“ Das Förderprogramm „PflegesoNah“ wurde vergangenes Jahr überarbeitet und bis zum Jahr 2026 verlängert. Das Bayerische Landesamt für Pflege kümmert sich um die Umsetzung dieses wichtigen Förderprogramms. Durch die Investitionskostenförderung sollen die stationäre Pflege und – verbunden mit einer Ausweitung in den sozialen Nahraum – auch die häusliche Pflege wohnortnah gestärkt werden. Durch die staatlichen Gelder können Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätze, aber auch Dauerpflegeplätze sowie ambulant betreute Wohngemeinschaften und Begegnungsstätten gefördert werden. Seit dem Förderjahr 2023 ist zusätzlich eine Förderung von Plätzen der Verhinderungspflege und palliativen Pflege möglich.

Weitere Informationen rund um die Förderrichtlinie finden Interessierte im Internet unterwww.lfp.bayern.de/pflegesonah-investitionskostenrichtlinie/.


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