Förderprogramm "PflegesoNah" ermöglicht weiteren Ausbau der Pflegeinfrastruktur

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Mit Hilfe des bayerischen Förderprogramms „PflegesoNah“ schreitet der Ausbau der pflegerischen Versorgungsstruktur in Bayern weiter voran.

Darauf hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am Sonntag in Vilseck im Landkreis Amberg-Sulzbach anlässlich der Übergabe eines Förderbescheids für das „BRK Seniorenquartier St. Ägidius Vilseck“ hingewiesen. Holetschek betonte: „Die Menschen werden immer älter und wollen möglichst lange in der vertrauten Umgebung bleiben sowie Gewohnheiten beibehalten können. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, diesen Wunsch zu erfüllen und dafür die passenden pflegerischen Strukturen zu schaffen. Wir brauchen deshalb noch mehr Einrichtungen mit vielfältigem und individuellem Angebot.“ Der Minister ergänzte: „Ich bin den Vertreterinnen und Vertretern des Bayerischen Roten Kreuzes Amberg-Sulzbach sehr dankbar, dass sie moderne Pflegeplätze anbieten wollen. Neben 60 Pflegeheimplätzen wird es 15 Tages- sowie 15 Kurzzeitplätze geben. Darüber hinaus ist – neben betreutem Wohnen – ein Quartierstreff in den Räumen der Tagespflege geplant. Dabei erfolgt die Vernetzung von Menschen und Angeboten sowie die langfristige Etablierung durch einen eigenen Quartiersmanager. Der Ersatzneubau und das pflegerische Angebot werden künftig für die pflegebedürftigen Bürgerinnen und Bürger vor Ort sowie für deren Angehörige eine große Unterstützung sein. Ich freue mich sehr, dass wir das Projekt mit rund 5,5 Millionen Euro im Rahmen unseres Investitionskostenförderprogramms ‚PflegesoNah‘ unterstützen können.“ Antragsteller und zukünftiger Betreiber des BRK Seniorenquartiers St. Ägidius Vilseck ist das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Amberg-Sulzbach. Das auf dem Areal befindliche Altgebäude wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Neben den Pflegeplätzen wird es unter anderem ein Quartiersbüro, betreutes Wohnen und ein Therapiezentrum mit Arztpraxen geben. Es ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeauftragten der Stadt Vilseck sowie weiteren Institutionen wie Schulen, Kirchen, der Gemeinde und Ehrenamtlichen geplant. Auch sind regelmäßige Schulungen für Ehrenamtliche und Informationsveranstaltungen für Angehörige zum Thema Palliative Care vorgesehen.

BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller sagte: „Mit diesem Vorhaben stellen wir nicht nur die pflegerische Versorgung, sondern auch das Leben und Wohnen für Senioren in Vilseck auf ganzheitliche Füße. Egal, wie sich Ihr Gesundheitszustand im Alter entwickelt, ob Sie bis ins hohe Alter fit und aktiv bleiben können oder doch Hilfe benötigen: Im Seniorenquartier St. Ägidius in Vilseck gibt es immer einen passenden Platz für Sie. Sie müssen Ihren Lebensmittelpunkt nicht mehr verlegen, wenn sich Ihre Bedürfnisse ändern. Wir danken dem Freistaat sehr für die großzügige finanzielle Unterstützung des Projekts.“ Holetschek bekräftigte: „Es freut mich sehr, dass bei diesem Projekt die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz schwerpunktmäßig berücksichtigt werden und zudem eine Öffnung in den sozialen Nahraum stattfinden wird. So sind neben der Demenzstation mit beschütztem Sinnesgarten beispielsweise Treffen für Menschen mit Demenz, Tanztees, ein offener Mittagstisch und Essen auf Rädern geplant. Darüber hinaus werden die Gemeinde und Vereine die Räumlichkeiten des Quartierszentrums nutzen können. Hier entsteht ein großes und wichtiges Angebot für die Bürgerinnen und Bürger der Region!“ Der Minister ergänzte: „Dieses Projekt entspricht dem, was wir mit Hilfe unseres Förderprogramms ‚PflegesoNah‘ fördern wollen: die Pflege im sozialen Nahraum. Pflege muss zu den Menschen kommen – nicht umgekehrt. Und besonders wichtig ist es mir auch, dass ältere und pflegebedürftige Menschen nicht nur ihre bestehenden Kontakte aufrechterhalten können, sondern auch neue Kontakte knüpfen können. Das ist die beste ‚Medizin‘ gegen die leider zunehmende Vereinsamung in unserer Gesellschaft. Jeder Euro, den wir investieren, um für mehr Nähe und Begegnung zu sorgen, ist daher gut angelegtes Geld.“

Holetschek fügte hinzu: „Mit unserem Förderprogramm ‚Pflege im sozialen Nahraum' unterstützt der Freistaat Bayern die Schaffung neuer oder umgebauter Pflegeplätze – mit sehr großem Erfolg: In den drei Programmjahren konnten mit beinahe 200 Millionen Euro rund 4.000 Pflegeplätze gefördert werden. In den kommenden fünf Jahren wollen wir diese Zahl verdoppeln und insgesamt 8.000 neue Pflegeplätze fördern.“ Das Förderprogramm „PflegesoNah“ wurde vergangenes Jahr überarbeitet und bis zum Jahr 2026 verlängert. Beim Bayerischen Landesamt für Pflege (LfP) ist die Umsetzung dieses wichtigen Förderprogramms angesiedelt. Durch die Investitionskostenförderung sollen die stationäre Pflege und – verbunden mit einer Ausweitung in den sozialen Nahraum – auch die häusliche Pflege wohnortnah gestärkt werden. Durch die staatlichen Gelder können Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätze, aber auch Dauerpflegeplätze sowie ambulant betreute Wohngemeinschaften und Begegnungsstätten gefördert werden. Seit dem Förderjahr 2023 ist zusätzlich eine Förderung von Plätzen der Verhinderungspflege und palliativen Pflege möglich. Weitere Informationen rund um die Förderrichtlinie finden Interessierte im Internet unter www.lfp.bayern.de/pflegesonah-investitionskostenrichtlinie/.


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