Förderprogramm "PflegesoNah" ermöglicht weiteren Ausbau der Pflegeinfrastruktur

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Mit Hilfe des bayerischen Förderprogramms „PflegesoNah“ schreitet der Ausbau der pflegerischen Versorgungsstruktur in Bayern weiter voran.

Darauf hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am Montag anlässlich der Übergabe eines Förderbescheids an den Markt Thierhaupten für dessen Seniorenzentrum hingewiesen. Holetschek betonte: „Ich freue mich sehr, dass der Markt Thierhaupten ein wegweisendes Bauvorhaben auf den Weg gebracht hat. Hier wird ein Seniorenzentrum entstehen, in dem eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit 12 Pflegeplätzen, eine Tagespflege mit 25 Plätzen und eine Begegnungsstätte untergebracht sind. Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen mit Demenz. Solche Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen gibt es leider immer noch viel zu wenige. Wir brauchen sie aber dringend, da in Bayern bereits jetzt rund 270.000 Menschen mit Demenz leben – bis zum Jahr 2040 wird die Zahl auf rund 380.000 steigen.“ Der Minister ergänzte: „Das Seniorenzentrum wird auch die pflegenden Angehörigen entlasten. Sie können ihre Lieben morgens in die Tagespflegeeinrichtung bringen lassen, abends werden sie wieder zurück nach Hause gebracht. Somit leisten Tagespflegeeinrichtungen einen wichtigen Beitrag, damit pflegebedürftige Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können, und die Angehörigen bei der Pflege entlastet werden. Wir unterstützen das Projekt über unser Investitionskostenprogramm ‚PflegesoNah‘ mit rund 1,5 Millionen Euro.“

Bei der Baumaßnahme sowie beim Pflege- und Betreuungskonzept stehen die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz im Fokus. Neben den unverzichtbaren professionellen Strukturen von hauswirtschaftlichen und pflegerischen Leistungen besteht ein großes Netzwerk mit zahlreichen Ehrenamtlichen, die beispielsweise Einkäufe übernehmen oder Fahrdienste zum Arzt anbieten. Holetschek betonte: „Es ist großartig, wie die Menschen hier vor Ort zusammenhalten. Viele Ehrenamtliche leisten ihren Beitrag dazu, dass pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in ihrem sozialen Wohnumfeld bleiben können.“ Josefine Kreuzer, 2. Bürgermeisterin von Thierhaupten, sagte: „Wo Steine auf Mitgefühl treffen und Fundamente aus Solidarität gelegt werden, entsteht nicht nur ein Gebäude aus Mauern und Räumen, sondern es wird ein Ort geschaffen, der Respekt, Würde und Gemeinschaft fördert.“ Der Minister unterstrich: „Bei der Umsetzung und Gestaltung von Pflegeangeboten haben besonders die Kommunen eine tragende Rolle, denn: Niemand kennt die Chancen, aber auch Lücken in den Versorgungsstrukturen und die Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger so gut wie die Akteure vor Ort. Gemeinsam mit den Kommunen und vielen anderen Akteuren wollen wir die Pflegeinfrastruktur in Bayern für die Zukunft stärken. Deshalb haben wir im Oktober 2022 zusammen mit den Kommunen und den Pflegekassen das gemeinsame Strategiepapier ‚Gute Pflege. Daheim in Bayern. Kommunale Strategien zur Stärkung bedarfsgerechter pflegeorientierter Sorgestrukturen‘ beschlossen.“ Das Strategiepapier findet sich im Internet unter https://www.stmgp.bayern.de/wp-content/uploads/2022/11/strategiepapier_gute-pflege.pdf."

Holetschek ergänzte: „Wir wissen, dass das Thema Pflege eine der größten Herausforderungen ist und der Bedarf an Pflegeplätzen steigt. Mit unserem Förderprogramm ‚Pflege im sozialen Nahraum' unterstützt der Freistaat Bayern die Schaffung neuer oder umgebauter Pflegeplätze – mit sehr großem Erfolg: In den drei Programmjahren konnten mit knapp 200 Millionen Euro rund 4.000 Pflegeplätze gefördert werden. In den kommenden fünf Jahren wollen wir diese Zahl verdoppeln und insgesamt 8.000 neue Pflegeplätze fördern.“ Das Förderprogramm „PflegesoNah“ wurde vergangenes Jahr überarbeitet und bis zum Jahr 2026 verlängert. Das Bayerische Landesamt für Pflege (LfP) kümmert sich um die Umsetzung. Durch die Investitionskostenförderung sollen die stationäre Pflege und – verbunden mit einer Ausweitung in den sozialen Nahraum – auch die häusliche Pflege wohnortnah gestärkt werden. Durch die staatlichen Gelder können Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätze, aber auch Dauerpflegeplätze sowie ambulant betreute Wohngemeinschaften und Begegnungsstätten gefördert werden. Seit dem Förderjahr 2023 ist zusätzlich eine Förderung von Plätzen der Verhinderungspflege und palliativen Pflege möglich.

Weitere Informationen rund um die Förderrichtlinie finden Interessierte im Internet unter www.lfp.bayern.de/pflegesonah-investitionskostenrichtlinie/.


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