Aschaffenburg News - Nur mutige Reformen machen die Pflege zukunftsfest

Nur mutige Reformen machen die Pflege zukunftsfest

Politik
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Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek hat die Bundesregierung dazu aufgerufen, die für eine zukunftsfeste Pflege nötigen Reformen rasch und entschieden anzugehen.

Holetschek sagte am Donnerstag anlässlich der BARMER Gesundheitskonferenz am Bodensee in Lindau: „Wir wollen auch in einer älter werdenden Gesellschaft eine gute Pflege sicherstellen. Dafür müssen wir jetzt mutig unser Pflegesystem reformieren. Um dem demographischen Wandel zu begegnen, brauchen wir eine umfassenden Struktur- und Finanzreform der Pflegeversicherung. Das Pflegeversicherungsrecht muss konsequent vereinfacht und flexibilisiert werden.“ Holetschek ergänzte: „Es ist gut, wenn wir dabei über den eigenen Tellerrand schauen und den internationalen Austausch suchen.“ Am Bodensee hatten sich Gesundheits- und Pflegepolitiker aus Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein auf einer Podiumsdiskussion zum Thema „Pflege 2030: Fünf Länder – fünf Wege“ ausgetauscht. Holetschek betonte: „Ein entscheidendes Thema ist der Bürokratieabbau: Wir müssen pflegebedürftige Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen, nicht Abrechnungsfragen.“ Holetschek erläuterte: „Wir müssen daher die Sektorengrenzen zwischen ambulanter und stationärer Pflege aufheben. So vereinfachen wir das System und entlasten Pflegebedürftige, Pflegeeinrichtungen und Pflegekassen. Statt an die Wohnform sollten die Pflegebudgets an die Qualifikation der Leistungserbringer gekoppelt sein. Denn entscheidend ist doch, wie ein Mensch gepflegt wird und nicht wo.“

Holetschek sagte weiter: „Wir müssen zudem die soziale Pflegeversicherung finanziell stärken und so dafür sorgen, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nicht noch mehr über Gebühr mit den Pflegekosten belastet werden.“ Holetschek erläuterte: „Klar ist auch: Wir brauchen noch mehr innovative Versorgungsformen, die besser auf individuelle und regionale Bedürfnisse zugeschnitten sind und mehr Flexibilität mit sich bringen. Dazu zählen unter anderem Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätze, sowie zusätzliche Unterstützungs- und Hilfsangebote für Menschen, die ihre Angehörigen zuhause pflegen.“ Der Minister ergänzte: „Mit unserer Förderrichtlinie PflegesoNah gehen wir in Bayern hier mutig voran und fördern gezielt Angebote, die sich in den sozialen Nahraum öffnen und so insbesondere auch die häusliche Pflege stärken. Denn die meisten Menschen möchten auch im Pflegefall so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld leben.“

Der Minister unterstrich: „Die Zukunft einer guten Pflege entscheidet sich insbesondere auch in der Frage, ob es gelingt, ausreichend Personal zu gewinnen und auch zu halten. Ohne gut qualifizierte Pflegekräfte bringt uns allein der Ausbau der pflegerischen Infrastruktur nicht weiter. Der Ausbau ist wichtig, aber wenn niemand da ist, der Menschen pflegt, können vorhandene Pflegeplätze auch nicht belegt werden.“ Holetschek fügte hinzu: „Der Pflegeberuf muss deshalb aufgewertet werden und endlich die gesellschaftliche Anerkennung bekommen, die er verdient.“


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