Holetschek für breite gesellschaftliche Diskussion über Sucht-Gefahren

Politik
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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat am Mittwoch auf dem Deutschen Suchtkongress 2022 in München zu einer breiten gesellschaftlichen Diskussion über Sucht-Gefahren aufgerufen.

Der Minister betonte bei seiner Begrüßungsrede: „Sucht ist kein Randproblem der Gesellschaft, sondern kommt in jeder Bevölkerungsgruppe vor. Der politische und gesellschaftliche Umgang mit Sucht- und Drogenfragen ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Daher sehe ich auch die von der Bundesregierung geplante Freigabe von Cannabis als Genussmittel mit großer Sorge. Das ist der falsche Weg! Der Konsum von Cannabis darf nicht verharmlost werden.“ Der Minister fügte hinzu. „Der Freistaat setzt auf Prävention. Wir wollen Sucht verhindern, bevor sie entsteht – das gilt ebenso für den Cannabis-Konsum. Denn auch von Cannabis kann man abhängig werden, anders als oft dargestellt. Cannabis-Konsum kann sich negativ auf das Gedächtnis sowie auf Lern- und Denkleistungen auswirken. Auch das Risiko für die Entwicklung einer Psychose sowie weiterer psychiatrischer Erkrankungen ist erhöht. Bayern setzt deshalb auf eine wissenschaftlich fundierte Aufklärung über die Risiken, einen starken Jugend- und Gesundheitsschutz sowie auf gezielte Beratungs- und Hilfsangebote.“ Holetschek betonte: „Auch beim Thema Glücksspiel im Netz sehe ich Handlungsbedarf. Der neue bundesweite Glücksspielstaatsvertrag mit seinen erweiterten Möglichkeiten für legales Glücksspiel im Internet darf die Suchtproblematik nicht verstärken. Bayern hat bereits vorgesorgt und parallel umfassende Maßnahmen zur Bekämpfung der Glücksspielsucht ergriffen. Bayern ist hier durch eine eigene Landesstelle Glücksspielsucht zukunftsweisend aufgestellt.“

Der Minister fügte hinzu: „Klar ist: Menschen mit Suchtproblematik, egal welcher Art, brauchen unsere Unterstützung. Wir wollen dazu neue und innovative Wege gehen: Ich möchte die Digitalisierung im Suchthilfesystem weiter voranbringen. Noch in diesem Jahr wird es eine einheitliche und trägerübergreifende digitale Beratungsplattform in Bayern geben. Mit Informationen zum Thema Sucht und anonymen Selbsttests bietet sie einen niedrigschwelligen Zugang zu digitaler Beratung. Darüber hinaus stehen neben verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten auch strukturierte Beratungsprogramme auf der Plattform zur Verfügung. Damit wollen wir vor allem junge Menschen in ihren digitalen Lebenswelten zielgruppengerecht erreichen.“ Holetschek ergänzte: „Umso wichtiger ist es, dass sich Wissenschaft und Praxis wie auf dem Deutschen Suchtkongress 2022 gut vernetzen, um die besten Wege für Behandlung, Prävention und Forschung auszuloten. Das ist für Menschen mit Suchtproblemen eine gute Nachricht.“


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