Zweite Runde des Verbundprojekts "Klimawandel und Gesundheit"

Politik
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Bayern hat die zweite Runde des Verbundprojekts "Klimawandel und Gesundheit" (VKG II) gestartet. In dieser zweiten Runde fördern das bayerische Gesundheitsministerium und das bayerische Umweltministerium insgesamt sechs Projekte zum Klima- und Gesundheitsschutz.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek betonte am Mittwoch in München aus diesem Anlass: „Wir alle bekommen den Klimawandel inzwischen direkt zu spüren – beispielsweise durch tagelange Hitzewellen. Aber auch die Blüh- und Pollenflugzeiten verlängern sich im Zuge des Klimawandels. Pollenallergiker sind dadurch noch stärker belastet. Tatsache ist: Durch den Klimawandel steigen die Gesundheitsrisiken. Wir müssen uns schon jetzt für die kommenden Jahrzehnte wappnen.“

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber ergänzte: „Der Klimawandel ist längst in Bayern angekommen. Gerade die Hitze hat große Folgen für die Gesundheit der Menschen. Das gilt speziell in unseren Städten, die sich im Sommer aufheizen wie ein Kachelofen. Wir müssen uns bestmöglich vor Extremwetterereignissen schützen. Die Stadt der Zukunft muss klimaangepasst und nachhaltig sein. Dafür brauchen wir einen ganzen Instrumentenkasten: grüne Stadtoasen als natürliche Klimaanlagen und blaue Adern mit Bächen, Brunnen bis hin zu Regenwasserspeichern und multifunktionalen Grünflächen. Für alle Projektbeteiligten gilt: Unser Ziel ist ein gesundes und lebenswertes Bayern.“

Um präventiv und zielgerichtet gegen die Folgen des Klimawandels auf die Gesundheit vorgehen zu können, sei eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik entscheidend. Holetschek ergänzte: „Wir – Wissenschaftler und Politiker – müssen diese Jahrhundertaufgabe gemeinsam in den Blick nehmen und an Lösungen arbeiten. Dazu brauchen wir wissenschaftliche Erkenntnisse, um sinnvolle politische Maßnahmen abzuleiten. Umso mehr freue ich mich, dass wir unser Verbundprojekt fortführen und weitere spannende und wertvolle Projekte fördern können.“

Prof. Christian Weidner, LGL-Präsident, sieht viel Potenzial in der fachübergreifenden Zusammenarbeit: „Hervorzuheben ist in der zweiten Runde des Verbundprojekts ‚Klimawandel und Gesundheit‘ insbesondere die Diversität der Projektvorhaben. Es werden unter anderem Effekte von Stadtoasen auf die menschliche Gesundheit untersucht oder Systeme zur Früherkennung von Stechmücken assoziierten Viruserkrankungen aufgebaut. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunt auf der Kommunikation von Risiken im Hinblick auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels.“

Ziel des 2016 ins Leben gerufenen Projektes ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse für die Klimaanpassung und die Gesundheitsvorsorge zu gewinnen. In die Forschungsvorhaben des ersten Verbundprojektes investierten Umwelt- und Gesundheitsministerium rund 3,3 Millionen Euro. In der zweiten Runde werden rund 1,8 Millionen Euro bereitgestellt. Die Koordination und fachliche Begleitung hinsichtlich der gesundheitlichen Aspekte erfolgt durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Fachlich unterstützt wird das LGL durch das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hinsichtlich der klimabezogenen Fragestellungen.

Gesundheitsminister Holetschek unterstrich: „Im Fokus der Projekte stehen keine abstrakten Theorien. Die Arbeiten orientieren sich sehr konkret an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen. Die Ergebnisse der gesundheitsbezogenen Klimaforschung werden uns helfen, konkrete und wirksame Maßnahmen zu ergreifen.“

Folgende Projekte werden finanziert:

Das Projekt BayByeMos hat sich zum Ziel gesetzt, die breite Öffentlichkeit und besonders betroffene Zielgruppen zu wachsenden Risiken durch stechmückenübertragende Infektions-Krankheiten in Bayern zu sensibilisieren.

Mit den Auswirkungen zunehmender Temperaturen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Büroarbeiterinnen und -arbeitern befasst sich das Projekt LeiKs. Ziel ist es, konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Das Projekt ePIN-opt will künftig zuverlässige Pollenflugvorhersagen für die nächsten fünf Tage ermöglichen. Bislang sind Aussagen zum aktuellen Pollenaufkommen möglich (www.epin.lgl.bayern.de) .

Wie die bürgernahe Risikokommunikation zu Anpassungsmaßnahmen im Bereich Klimawandel und Gesundheit verbessert werden kann, ist Inhalt des Projektes ZebRA.

Das Projekt REKKE will die Folgen des Klimawandels auf Kulturlandschaften im Umfeld von Städten ermitteln und Handlungsempfehlungen zum gezielten Schutz der gesundheitsfördernden Wirkung von Kulturlandschaften als Erholungsorte, Orte sozialer Teilhabe sowie Raum für körperliche Aktivität und Sport ableiten.

Mit der sozial-ökologischen Bedeutung von Stadtgrün für das Wohlbefinden befasst sich das Projekt StOasenWandel. Geprüft werden soll auch, ob eine Verteilung von vernetzten Grünflächen innerhalb eines städtischen Raumes eine höhere Wirkung als Klimarefugium für Mensch und Tier entfaltet als wenige große urbane Grünflächen.


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