"Die Meinungen der Bürger von Freigericht und Alzenau gehen zu diesem Thema weit auseinander. Durchaus verständlich! Kritiker werden schnell und pauschal als Gegner bezeichnet und bekommen damit schon einen Stempel aufgedrückt. Vielleicht ist das eine oder andere Argument der Kritiker durchaus diskussionswürdig. Aber wie sollen diese Argumente die Bürger erreichen? Was soll sich der Leser unter Gegnern vorstellen? Richtig wäre erstmal 'Windkraft im Wald Gegner'! Die sogenannten Windkraftgegner stehen durchaus für erneuerbare Energien, allerdings nicht in einem gesunden und artenreichen Mischwald.

Einen Wald mit zum Teil geschützten Tierarten wie Rotmilan, Uhu, diversen Fledermausarten, Waldkauz, Waldohreule, Spechte, Dohlen, Luchs, Wildkatze, Baummarder, Rotwild uvm. Darunter befinden sich auch 'Nationalparkarten', weshalb man einseitige, massive Eingriffe unterlassen sollte. Übrigens Pro-Windkraft-Fachagenturen empfehlen keinen gesunden Mischwald als geeigneten Standort für einen Windpark! Die Mitglieder von Gegenwind Freigericht e.V. machen sich Gedanken, sind in Kontakt mit Fachverbänden, Umweltexperten und stellen nicht nur irgendwelche Begriffe in den Raum.

Diverse Themen, wie:
die finanzielle Situation von Freigericht und Alzenau,
die Wirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung der Rückbaukosten (der Hessische Rechnungshof befasst sich aktuell mit einer Prüfung zum Thema Windkraftanlagen und deren Rückbau - ein Schreiben liegt den sogenannten Windkraftgegnern vor),
die Verdichtung und Versiegelung von Waldböden,
die Folgen bei Unwettern und Starkregen,
der Sinn eines Klimawaldes,
die Bedeutung der Fledermäuse für den ökologischen Kreislauf,
die Verunreinigung von Böden und Trinkwasser durch Ewigkeitschemikalien (PFAS)
die Suche nach alternativen Flächen z.B. ehemalige Deponien, rekultivierte Tagebaue, überdüngte landwirtschaftliche Flächen, Randstreifen an Autobahnen, Monokulturwälder, die vom Absterben bedroht sind, sollten auf jeden Fall in einer guten Debatte diskutiert werden. Ein weiterer Ansatz, Überlegung wert...

Während einer Infoveranstaltung zum geplanten Windpark, die in Alzenau-Michelbach stattfand, bekamen die Kritiker nur zwei Minuten Redezeit. Wenn man sich nicht auf Diskussionen einlassen möchte, kann man auch kein für alle Bürger befriedigendes Ergebnis erzielen. Das wiederum sollte den Bürgermeistern doch am Herzen liegen. Wirkliche Fakten und Argumente zur Finanzsituation findet man auf www.wir-buerger.com unter 'Wer soll das bezahlen'. Auf mehrfache Nachfrage liegt bisher keine Wirtschaftlichkeitsberechnung seitens der Verantwortlichen vor. Es gibt also noch keine konkreten Zahlen, die belegen, dass das Projekt wirtschaftlich sein wird. Wie soll sich also der Bürger beziehungsweise Leser ein Bild machen oder gar die richtige Entscheidung treffen ohne Fakten, Inhalte und Argumente zu kennen? Es ist deshalb dringend notwendig, dass die Öffentlichkeit hier besser informiert wird, nicht das eines Tages die Bürger sagen müssen: Ja, wenn wir das gewusst hätten..."

Lorena Gumprecht
Alzenau

Hinweis der Redaktion: Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen oder nicht zu publizieren. Online eingesandte Leserbriefe werden nicht direkt veröffentlicht, sondern zuerst von der Redaktion geprüft. Leserbriefe sind immer mit dem Namen und der Anschrift des Autors zu versehen und spiegeln die Meinung des oder der Autoren wider. Die E-Mail-Adresse zur Einsendung von Leserbriefen lautet Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.