Zur geplanten Verkürzung der Öffnungszeiten des Waldschimmbades in Alzenau meldet sich Aschaffenburg.News-Leserin Ute Wilken-Englert zu Wort.
"An alle Stadträte/- innen in Alzenau: Mit Bestürzung habe ich gelesen, dass die Stadt Alzenau aus Geld- und Personalmangel die Öffnungszeiten der Bäder verringern will. Dadurch sollen 70.000 Euro Personalkosten eingespart werden. Im Haushaltsentwurf 2025 werden für einige Posten keine Kürzungen, sondern Mehrkosten veranschlagt. Da muss wohl nicht gespart werden.
Ich führe hier nur 2 Beispiele an.
1. Die Zuschüsse für lfd. Zwecke für die Religionsgemeinschaften (Gruppierung Nr. 706): In 2023 wurden hier ca. 45.000 € ausgegeben, für 2024 bereits 60.000€ und für 2025 werden 130.000 € eingeplant, das ist mehr als das Doppelte.
2. Für das Amtsblatt (Gr. 6321) werden in 35.000 € mehr eingeplant als in 2024, obwohl immer mehr Bürger/-innen es online einsehen wollen, leider wird die aktuelle Ausgabe immer erst eine Woche nach Druck online gestellt.
Für die Bürger/-innen aber, wären keine 70.000 € mehr übrig für einfache, bürgernahe, soziale Dienstleistungen.
Die Bäder in Alzenau sind sehr beliebt und können von allen Bürger/-innen in Anspruch genommen werden
Beim Meerhofsee war es bereits im Jahr 2023 klar, dass der Bademeister in Rente geht, von daher ist es unverständlich, dass es offensichtlich keine Bemühungen im Winter gab, Ersatz für den scheidenden Bademeister zu finden. Das zeigt kein vorausschauendes Handeln. Und jetzt soll gar kein Ersatz mehr gesucht werden, das ist schon etwas bizarr.
Nebenbei sollten die Öffnungszeiten im Meerhofsee wieder wie vor Corona bis 21.00 Uhr abends im Juni und Juli angestrebt werden und keine Kürzung der Öffnungszeiten. Das abendliche Erfrischungsbad im Hochsommer wurde immer von vielen Bürger/innen genutzt.
Die Einführung eines Schließtages im Waldschwimmbad ist auch nicht zu akzeptieren. Von der Wasserwacht und vom DLRG wird schon seit Jahren gewarnt, dass unsere Kinder mangels Möglichkeiten - weil viele Bäder schließen - nicht mehr schwimmen lernen und so eine lebenswichtige Grundfertigkeit nicht mehr beherrschen. Schwimmen lernen ist im Schwimmbad viel einfacher und sicherer als im See.
Auch für das Waldschwimmbad gibt es sehr wohl Möglichkeiten um Badeaufsichten zu finden, aber manchmal ist das Interesse der Stadtverwaltung wohl nicht groß genug, diese wichtigen Einrichtungen attraktiv und am Leben zu erhalten.
Die Kürzung der täglichen Öffnungszeiten würden den Besuch für werktätige Gäste unmöglich machen. Wenn das Bad um 19.00 Uhr schließen würde, wäre der letzte Einlass in der Regel um 18.00 Uhr. Damit werden viele vollzeitbeschäftigte Steuerzahler/-innen von der Nutzung des Waldschwimmbades ausgeschlossen.
Seit ca. über 10 Jahren trainieren die Aquafitnessgruppen 2x wöchentlich abends im Waldschwimmbad, auch bei schlechtem Wetter. Das Training müsste dann zeitlich vorverlegt werden, damit wird aber den größtenteils berufstätigen Teilnehmenden das Training unmöglich gemacht.
Ich bitte auch darum, beim Kreis Aschaffenburg dafür zu sorgen, dass die Holzhackschnitzelanlage für die Erwärmung des Wassers repariert wird. (Wenn unser ehemaliger Bürgermeister die Kreisumlage so stark erhöht, dass wir überall sparen müssen, dann kann er wenigstens dafür sorgen, dass das Schwimmbadwasser warm ist). Unser ehemaliger Bürgermeister könnte sich hier doch auch engagieren. Lt. Artikel im Main-Echo benötigen sogar unsere Forstfachleute die Anlage für das minderwertige Holz aus unserem Wald.
Die Einwohnerzahl in Alzenau hat sich in den letzten 30 Jahren nicht merklich verändert, deshalb ist es für mich und auch für viele Mitbürger/-innen nicht ersichtlich, warum für die Verwaltung in den letzten Jahren inflationär neue Gebäude errichtet wurden. Kürzlich wurde erst wieder ein architektonisch und geschmacklich strittiger (fragwürdiger) Rathausanbau für 3 Millionen € (den Betrag nannte der Bürgermeister in einer Bürgerversammlung) gebaut.
Für die Bürger/-innen sind dann keine 70.000€ mehr übrig für einfache, bürgernahe, soziale Dienstleistungen.
Ich habe mir in den letzten 10 Jahren immer eine Saisonkarte gekauft, auch wenn das Wetter mal nicht so sommerlich war. Ich wollte damit meinen kleinen Beitrag leisten, um diese Bäder zu unterstützen.
Ich bitte Sie, sich als Stadträte/-innen für ausreichendes Personal in den Bädern zu sorgen, an keinem Tag ein oder beide Bäder zu schließen und sich für erweiterte statt gekürzten Öffnungszeiten und Engagement bei der Reparatur der Holzhackschnitzelanlage einzusetzen."
Ute Wilken-Englert
Alzenau
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