Zu den Plänen, die Öffnungszeiten des Waldschwimmbades in Alzenau zu verkürzen, äußert sich Aschaffenburg.News-Leserin Sabine Eichhorn in diesem Leserbrief.
"Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte, mein Name ist Sabine Eichhorn und ich bin Bürgerin der Stadt Alzenau. Mit großer Besorgnis hatte ich von Ihrer geplanten Entscheidung erfahren, die Öffnungszeiten des Waldschwimmbads in der kommenden Sommersaison auf 19 Uhr zu begrenzen. Die Begründung dieser evtl. Maßnahme dadurch Personalkosten in Höhe von 70.000 € einsparen zu können, dem permanenten Personalmangel und der defekten Hackschnitzelheizung lässt sich aus meiner Sicht nicht ohne Weiteres akzeptieren und erscheint mir eher hausgemacht.
Seit Jahren besteht der Personalmangel, doch wurde dieser nicht durch frühzeitige und gezielte Maßnahmen behoben. Die verzögerte Suche nach geeignetem Personal führt zwangsläufig dazu, dass zu Saisonbeginn keine ausreichenden Kräfte zur Verfügung stehen. Zudem war der Ruhestand langjähriger Mitarbeiter absehbar, sodass eine vorausschauende Personalplanung möglich gewesen wäre.
Selbstverständlich sind finanzielle Engpässe, Personalmangel und technische Herausforderungen, gerade wie die defekte Hackschnitzelanlage, ernstzunehmende Faktoren.
Dennoch möchte ich die Gelegenheit nutzen, einige Punkte anzusprechen, die möglicherweise nicht in vollem Umfang berücksichtigt wurden:
- Berufstätige und ihr Wunsch nach Erholung: Viele Menschen arbeiten bis in die frühen Abendstunden. Die Möglichkeit, danach noch entspannt einige Bahnen zu ziehen oder Zeit mit der Familie im Freibad zu verbringen, wäre sicherlich ein Gewinn für die Lebensqualität.
- Ältere Menschen und sommerliche Temperaturen: Viele Senioren meiden verständlicherweise die Mittagshitze und bevorzugen es, später am Tag zu schwimmen. Eine längere Öffnungszeit käme ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden entgegen.
- Sport, Gesundheit und soziale Begegnungen: Das Schwimmbad ist nicht nur ein Freizeitangebot, sondern auch ein wichtiger Treffpunkt für Sportvereine, Gesundheitsbewusste und Familien. Eine Verkürzung der Öffnungszeiten könnte dazu führen, dass diese wertvollen sozialen und gesundheitlichen Aspekte eingeschränkt und/oder gar nicht mehr ausgeführt werden.
- Personalmangel als Herausforderung
Seit Jahren besteht ein Personalmangel, doch wurde dieser nicht durch frühzeitige und gezielte Maßnahmen behoben. Eine vorausschauende Personalplanung hätte dazu beitragen können, Engpässe zu vermeiden und eine reibungslose Saison zu gewährleisten. - Attraktivität des Schwimmbads erhalten
Das Waldschwimmbad ist eine wichtige soziale und gesundheitliche Einrichtung für die Stadtgesellschaft. Besonders Berufstätige und Sportvereine sind auf abendliche Öffnungszeiten angewiesen. Eine frühere Schließung könnte die Besucherzahlen reduzieren und langfristig die Wirtschaftlichkeit des Bads gefährden. Was glauben Sie, wer sich noch um eine ohnehin schon extrem teuer gewordene Dauerkarte für die Saison bemüht, wenn er am Ende nur noch an den Wochenenden das Bad besuchen kann. - Alternative Lösungen statt Einschränkungen
Ich bitte die Stadträte, alternative Maßnahmen zu prüfen, die den Bedürfnissen der Bürger gerecht werden. Dazu könnten gehören:
- Eine frühzeitigere und gezieltere Personalrekrutierung, bereits zum Ende der aktuellen Saison und nicht erst im neuen Jahr
- Einen flexiblerer Einsatz von Aushilfen oder Ehrenamtlichen,
- Eine transparente Kommunikation über die Heizungsproblematik und die effektive Suche nach nachhaltigen Lösungen, z. B. Solar etc.,
Ich appelliere an Sie, vor Ihrer endgültigen Entscheidung nochmals alle Möglichkeiten zu überdenken und das Waldschwimmbad als bürgerfreundliche Einrichtung zu erhalten. Ich bitte darum, an einer nachhaltigen Lösung zu arbeiten, die den langfristigen Bestand sichert und den Bedürfnissen der Bürger entspricht."
Sabine Eichhorn
Alzenau
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