Als Zeichen der Solidarität haben Beschäftigte, wie Pflegekräfte und Ärzt*innen der Uniklinik Würzburg 800 Unterschriften gesammelt, um sich klar hinter die Forderung der Kolleg*innen aus der UKW Service GmbH zu stellen, die Angleichung an den Tarifvertrag der Länder. Diese Petition sollte am Mittwoch, den 19.06.2024 in Form einer sechs Meter langen Papierrolle heute an die Geschäftsführung der UKW Service GmbH übergeben werden. Ganz nach dem Motto: Wir sind ein Haus – eine Belegschaft – und wir gehören zusammen! Diese Solidaritätsbekundung zeigt, dass die Forderung der Beschäftigten auf breite  Unterstützung stößt. Allerdings nahm die Geschäftsführung, trotz frühzeitiger Einladung, die Petition und Unterschriften nicht persönlich entgegen. Stattdessen entsandten Sie kurz vor Ende der Kundgebung den Betriebsküchenleiter der UKW Service GmbH zur Übergabe!

„Es überrascht nicht, dass sich die Geschäftsführung weiterhin nicht mit den Streikenden auseinandersetzt. Den Betriebsküchenleiter, der kein Teil der Geschäftsführung ist, zu entsenden, ist jedoch in hohem Maß irritierend. Dieses Verhalten der Arbeitgeberseite zeigt erneut die Ignoranz und Respektlosigkeit mit denen den Kolleg*innen, die für ihr Anliegen kämpfen, entgegengetreten wird. Wertschätzung für die eigenen Beschäftigten sieht anders aus“ so ver.di Gewerkschaftssekretärin Michelle Rohleder. Zumindest findet das Anliegen der Beschäftigten mittlerweile auch politisches Gehör: Der SPD- Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel ist gekommen, um sich solidarisch mit den Streikenden zu zeigen. In seiner Rede sagte er seine Unterstützung zu und forderte die Landesregierung auf, sich darum zu bemühen, endlich eine Lösung in dem Tarifkonflikt der drei Unikliniken in Würzburg, Erlangen und Regensburg herbeizuführen. Andere Kliniken, wie Fürth oder Augsburg zeigen, wie es anders geht und zahlen die Servicebeschäftigten längst nach dem TV-L oder haben ganz auf eine Auslagerung des Service verzichtet.

Rützel machte deutlich: Beschäftigte, die am Uniklinikum arbeiten und für den Klinikablauf verantwortlich sind, sollte der Standard des öffentlichen Dienstes eine Selbstverständlichkeit sein. Auch die Grünen Landtagsabgeordneten Kerstin Celina und Patrick Friedl sicherten den Streikenden per Sprachaufnahme und Pressemitteilung ihre Solidarität zu! Dass die Klinikleitung trotz öffentlichen und politischen Interesses nicht gesprächsbereit ist und keine Ambitionen zeigt, sich mit der Forderung der Beschäftigten auseinander zu setzen ist aus ver.di Sicht ein schwaches Signal. Der dauernde Verweis auf den angewandten Tarifvertrag der Gebäudereinigung hinkt: Zum einen wird dieser von der IG BAU verhandelt, obwohl ver.di in Zustimmung der IG BAU die tarifverhandelnde Gewerkschaft für die UKW Service GmbH ist, zum anderen sollten sich die Arbeitgeber der besonderen hygienischen und medizinischen Verantwortung an einer Klinik bewusst sein. Diese besondere Verantwortung sollte sich entsprechend im Lohn widerspiegeln.

Die Gewerkschaft ver.di ist weiterhin gesprächsbereit. „Aus unserer Sicht könnte der Tarifkonflikt längst beendet sein, wenn die Geschäftsführung sich mit uns an den Verhandlungstisch setzen und den Tarifvertrag der Länder für die Beschäftigten der UKW Service GmbH anwenden würde“, bestätigt Gewerkschaftssekretärin Michelle Rohleder. Die Beschäftigten sind entschlossen, ihren Forderungen weiterhin Nachdruck zu verleihen und werden weiterhin für gerechte Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne kämpfen.


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