Königlichen Besuch hat seit Sonntag, 11. Januar, das Klinikum Aschaffenburg: Auf Einladung des ökumenischen Seelsorgeteams sind die Königsfiguren des Bonner Künstlers und Diakons Rolf Knoblauch zu Gast.
Die Ausstellung trägt den Titel „Von Würde und Zerbrechlichkeit – König*innen im Klinikum“. Die insgesamt 15 Figuren aus Eichenholz sind unterschiedlich groß, haben ein freundliches Gesicht und weisen alle auf die eine oder andere Art ein Defizit auf. Bei einem geistlichen Impuls in der Klinikkapelle stellten Pfarrer Joachim Kunze und Pastoralreferentin Schwester Isabel Westphalen die Idee vor, die hinter den Figuren steckt. Kunze schlug einen Bogen zu den Königen der Bibel von David bis hin zu Jesus. „Knoblauchs Figuren haben wie diese Könige eine verletzte Geschichte, erzählen vom Kämpfen und vom Mut und laden ein, in allen Menschen etwas Königliches zu erkennen“, sagte er. Westphalen führte sozusagen einen Dialog mit den Figuren, wies auf deren freundliche Ausstrahlung, ihre Einfachheit, aber auch auf ihre Verletzungen hin.
Die Leiterin der ökumenischen Klinikseelsorge Wiltrud Stoer findet, dass diese Ausstellung sehr gut in ein Krankenhaus passt: „Hier geht es um Verletzbarkeit, um das Zu-sich-Kommen und Entdecken, wer ich bin.“ Ihr ist der Gedanke wichtig, dass man in allem, was man ist und was einem geschieht, seine Würde behält. „Das ist ein großes Thema bei den Patienten, aber auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Anders als bei gewöhnlichen Ausstellungen, bei denen man die Kunstwerke in Vitrinen betrachten kann, werden die Könige in den kommenden drei Wochen zu den Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf die Stationen kommen. Dort, so die Idee, sollen sie sich ansehen und auch berühren lassen und daran erinnern, dass alle königliche Menschen sind.
Begleitend zur Ausstellung gibt es am Dienstag, 20. Januar, um 19 Uhr im Konferenzraum A-0-21 des Klinikums Aschaffenburg einen Vortrag von Dr. Elisabeth Jentschke. Sie ist im Uniklinikum Würzburg Leiterin der Abteilung Neuropsychologie und spricht zum Thema „Zwischen Fürsorge und Respekt – Das ABCD der Würde in der Behandlung“. Die Figuren sind für drei Wochen im Klinikum unterwegs und werden am Freitag, 30. Januar, um 18 Uhr in der Klinikkapelle verabschiedet.

© Burkard Vogt (POW) | Pastoralreferentin Schwester Isabel Westphalen wies auf die freundliche Ausstrahlung, aber auch die Verletzungen der Figuren hin.







