Fünf neue Benediktineroblatinnen und -oblaten

© Julia Martin (Abtei Münsterschwarzach) | Zwei Frauen und drei Männer sind in die Gemeinschaft der Benediktineroblaten von Münsterschwarzach aufgenommen worden

Bayern
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Zwei Frauen und drei Männer sind am Samstag, 25. Mai, dem Wochenende des Dreifaltigkeitssonntags, in die Gemeinschaft der Benediktineroblaten von Münsterschwarzach aufgenommen worden.

Vor Abt Michael Reepen, dem Mönchskonvent und der Oblatengemeinschaft versprachen sie in der Oblation ein Leben nach dem Evangelium und der Benediktsregel als Laien in der Welt und bekräftigten ihr Versprechen mit dem Singen des Professgesangs der Mönche, dem „Suscipe me“. In seiner Predigt ging Abt Reepen auf die Seligpreisungen ein, die im Evangelium zu hören waren, und zeigte Parallelen zur Benediktsregel auf. Im vierten Kapitel heiße es, dass der Mönch seinen Zorn nicht zur Rachsucht werden lassen und dem Zorn keinen Augenblick nachgeben solle. Das meine Jesus in seinen Seligpreisungen, wenn er die paradoxe Situation aufzeige, dass man sich in seinem Namen beschimpfen und verleumden lassen solle. Er reagiere in diesem Moment, wie es niemand erwarten würde – nicht in die Konfrontation zu gehen, sondern in der verwandelten Annahme des Bösen zu handeln, einen anderen Blickwinkel einzunehmen. „Das ist verblüffend anders“, sagte Abt Reepen. „Und auch Oblaten sollen sich darin bewähren, diesen Frieden Christi in die Welt hinaus zu strahlen.“ Oblaten seien normale Menschen in der normalen Welt – und dennoch anders. Sie seien anders, als „man ist“, handelten anders, als „man handelt“. Wo Aggression sei, sollen sie die Arme in Liebe ausbreiten. „Wir dürfen anders sein, weil wir aus einem anderen Brunnen schöpfen.“ Dieser Brunnen sei immer wieder Thema und Bild gewesen.

Wenn nun die fünf Kandidaten im Anschluss ihre Oblation ablegten, würden sie ihre Hände erheben und zum Himmel schauen – die Blickrichtung ändern. Abt Reepen betonte: „Sie wissen um eine andere Wirklichkeit, an die wir glauben. Aber wir heben dabei nicht ab!“ Im „ne confundas me“ des Professgesangs käme diese Weltverbundenheit noch einmal zum Ausdruck. Doch mitten in dieser Welt einen anderen Blickwinkel einzunehmen, in Familie, Beruf und Alltag, darum ginge es. „So wünsche ich Ihnen, mehr und mehr den Blick Jesu einzunehmen und sich verwandeln zu lassen.“ Das meine die Oblation, die tiefe Verbindung mit Christus.

Der eigentliche Oblationsritus erinnerte an das Professversprechen der Mönche. Einzeln traten die Frauen und Männer vor den Abt und lasen nach Anrufung des Heiligen Geistes ihre Oblationsurkunde vor. Sie versprachen ein Leben nach dem Evangelium in der Tradition des heiligen Benedikt und der Gemeinschaft von Münsterschwarzach. Im Anschluss übergab Oblatenrektorin Carola Holzmann die Urkunden an Pater Udo Küpper, der sie auf den Altar legte. Von Abt Reepen erhielten sie in Erinnerung an das gemeinsame Chorgebet das kleine Antiphonale mit dem Stundengebet und eine Benediktsmedaille.

Benediktineroblaten sind Menschen, die nicht im Kloster leben, sich aber durch einen kirchlichen Akt, die Oblation, an eine benediktinische Gemeinschaft anschließen. Damit möchten sie ihrer Gottsuche eine konkrete Ausgestaltung geben. Das heißt für sie, ihr Leben – mitten in der Welt – nach dem Evangelium Christi und dem Geist des heiligen Benedikt zu gestalten. Die Bezeichnung Oblate („oblatus“ = der Hingegebene, Aufgeopferte, Dargebrachte) weist auf Wesen und Ziel der Oblation hin: sein Leben, sich selbst Christus hinzugeben und diese Hingabe ganz konkret im Alltag zu leben.


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