Einschulungen 2022 - Schülerzahlen steigen

Bayern
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Die Versorgung der zusätzlichen Schüler aus der Ukraine prägte das zweite Halbjahr des vergangenen Schuljahres und wird auch im kommenden Schuljahr eine Herausforderung zusätzlich zu den an den Grundschulen ohnehin stark steigenden Schülerzahlen bleiben.

In den Jahrgangsstufen 1-4 werden diese Schüler in die Regelklassen integriert. Die Mittelschulen beteiligen sich mit derzeit geplanten 45 Brückenklassen. Schülerzahlen : Nachdem sich die Schülerzahlen in den letzten Jahren auf etwa gleichem Niveau bewegten, ist dieses Jahr ein Anstieg von +5,22 % (Vorjahr +0,59 %) zu verzeichnen, der vor allem auf die Entwicklung an Grundschulen zurückgeht, die einen Zuwachs von 2.669 Schülern (darin 1.083 aus der Ukraine) bzw. +6,21 % verzeichnen. Sehr auffällig ist der starke Anstieg bei den Schulanfängern (+8,98%). Auch bei den Mittelschulen steigen die Schülerzahlen (Erhöhung um 555 Schüler bzw. +2,83%, davon 294 Schüler aus der Ukraine).

Klassen: Die deutlich gestiegenen Schülerzahlen schlagen sich in einer höheren Klassenzahl nieder. Unter Berücksichtigung der Situation an den jeweiligen Schulorten versorgen die Staatlichen Schulämter die Einzelschulen bzw. Mittelschulverbünde in Kenntnis der entsprechenden Voraussetzungen an der jeweiligen Schule (Klassengrößen, Praxisklassen und besondere Bedingungen) bedarfsgerecht mit entsprechenden Lehrerstunden. So starten 3.159 Klassen ins neue Schuljahr. In rund 91 % der Klassen (Vorjahr 93 %) werden jeweils maximal 25 Schüler unterrichtet. Die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse liegt im Grund- und Mittelschulbereich mit 20,58 Schülern pro Klasse etwas über dem Niveau des Vorjahreswerts. In der Grundschule liegt die Klassenfrequenz bei 21,13 (Vorjahr 20,57) Schülern pro Klasse, in der Mittelschule bei 19,40 (Vorjahr 19,05). Der Anstieg der Schülerzahlen führt zu Auffülleffekten in den Klassen, sodass die Klassengrößen auf niedrigem Niveau leicht ansteigen. Schulen: In Unterfranken starten 248 staatliche Grundschulen und 99 Mittelschulen ins neue Schuljahr. Neu hinzu kommt die private Montessori Grundschule in Kitzingen. Aus organisatorischen Gründen aufgelöst wurde die Goethe-Mittelschule in Würzburg. In Unterfranken gibt es im Schuljahr 2022/23 insgesamt 30 staatliche Grundschulen, die von unter 80 Schülern besucht werden (Vorjahr 37). Die kleinste staatliche Schule zum kommenden Schuljahr ist die Grundschule Burgpreppach mit 38 Schülerinnen und Schülern, die größte ist mit 487 die Anton-Kliegl-Mittelschule Bad Kissingen. Unterrichtsversorgung: Die Stundenzuweisung per KMS vom 15.07.2022 weist im Regierungsbezirk Unterfranken für den Bereich der Grund- und Mittelschulen einen ausgeglichenen Saldo auf. Der Bedarf von 275 Vollzeitkontingenten (VZK) in der Grundversorgung, der durch Ruhestandversetzungen, Elternzeiten etc. entstand, wird somit rein rechnerisch gedeckt. Diese Größenordnung lässt sich in etwa mit den Vorjahren vergleichen.

Wie in den Vorjahren wurden vom Freistaat Bayern alle ausgebildeten Grund- und Mittelschullehrkräfte bis zur Examensnote 3,5 eingestellt (Volleinstellung). Die große Herausforderung im Hinblick auf das aktuelle Schuljahr liegt darin, dass etwa die Hälfte der 275 Vollzeitkontingente (VZK) durch befristete Arbeitsverträge zu decken sind. Erfreulicherweise ist es gelungen, ohne Eingriff in die Stundentafeln so gut wie flächendeckend den Pflichtunterricht zum Schuljahresbeginn an den unterfränkischen Grund- und Mittelschulen sicherzustellen. Die weitere Entwicklung hinsichtlich der Lehrerversorgung beispielsweise aufgrund von Corona-Infektionen, der Anzahl der Schwangerschaften oder zusätzlichen langfristigen Erkrankungen bleibt abzuwarten. Die Regierung von Unterfranken arbeitet gemeinsam mit den Staatlichen Schulämtern intensiv daran, die restlichen Kontingente zu füllen. Interessierte Bewerber können sich gerne unter folgendem Link melden: https://www.regierung.unterfranken.bayern.de/presse/aktuelles/0001/. Erfreulich ist die Tatsache, dass wieder deutlich mehr Lehramtsanwärter ihre Ausbildung in einem der 29 unterfränkischen Seminare für Grund-/ Mittelschullehramt beginnen. So treten im September 160 Anwärter im Bereich der Grundschule (Vorjahr 138) und 67 im Bereich der Mittelschule (Vorjahr 46) an. Der deutliche Anstieg an Mittelschulen ist unter anderem auf eine neue Sondermaßnahme des Kultusministeriums zurückzuführen, durch die der Zugang zum Vorbereitungsdienst für Personen mit universitärem Master-, Magister- oder Diplomstudium unter gewissen Voraussetzungen möglich wird. Diese werden in der zweijährigen Ausbildungsphase in speziellen Sonderseminaren gezielt auf die Lehrtätigkeit vorbereitet.

Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund: Neben besonderen Lehrerstunden für Klassenteilungen, Vorkurse und weitere Deutschfördermaßnahmen werden im kommenden Schuljahr vorläufig 47 Deutschklassen (21 an Grundschulen, 26 an Mittelschulen) gebildet. Die Schüler aus der Ukraine werden im kommenden Schuljahr je nach Altersgruppe unterschiedlich betreut. Für die Grundschule folgt Bayern der Empfehlung der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz, die sich dafür ausspricht, die Kinder statt in spezielle Vorbereitungsklassen in den Regelunterricht aufzunehmen, damit ein intensives Sprachbad und vielfältige Begegnungen mit Gleichaltrigen die zügige Integration fördern. In den Jahrgangsstufen 5 mit 9 gibt es die Möglichkeit, bei entsprechenden Sprachkenntnissen am Unterricht in Regelklassen der Mittelschulen bzw. nach Erfüllung der regulären Aufnahmevoraussetzungen auch am Unterricht in weiterführenden Klassen teilzunehmen. Die meisten Schülerinnen und Schüler werden besondere Unterstützung beim Spracherwerb benötigen. Daher wird mit den „Brückenklassen“ ein schulartunabhängig ausgerichtetes Angebot der schulischen Integration geschaffen. Dabei handelt es sich um besondere Unterrichtsgruppen, in denen der Spracherwerb durch intensiven Unterricht in „Deutsch als Zweitsprache“ den Schwerpunkt bildet. In Verantwortung von Mittelschulen sind in Unterfranken derzeit insgesamt 45 Brückenklassen in allen Regionen des Regierungsbezirks geplant. Das Wahlpflichtfach „Islamischer Unterricht“ wird in Unterfranken maßvoll und bedarfsgerecht weiter ausgebaut. Unterfrankenweit stehen insgesamt 297 Unterrichtsstunden zur Verfügung.

Digitale Bildung (schulartübergreifend)  - Für die Umsetzung der digitalen Transformation an den bayerischen Schulen stehen den Sachaufwandsträgern verschiedene Förderprogramme zur Verfügung: „Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer“ (Digitalbudget) und „Budget für integrierte Fachunterrichtsräume an berufsqualifizierenden Schulen“ (iFU-Budget) enden im Kalenderjahr 2022. „DigitalPakt Schule 2019-2024“ (dBIR für schulische Maßnahmen) stellt zusätzliche Bundesmittel für Unterfranken in Höhe von rund 67 Millionen Euro zur Verfügung. Den Trägern wurden für regionale Maßnahme zusätzliche Gelder bereitgestellt. Der Bewilligungszeitraum läuft noch bis 16. Mai 2024. Im bayerischen Haushalt 2022 wurden für das „Sonderbudget Lehrerdienstgeräte“ (SoLD) weitere 30 Millionen Euro für eine zweite Antragsrunde in Aussicht gestellt, um eine Vollausstattung für alle bayerischen Lehrkräfte zu erreichen. Für die Ausbildungsseminare und Seminarschulen wurde im Rahmen des Masterplan Bayern Digital II eine Summe von rund 25 Millionen Euro bereitgestellt. Zur Unterstützung der Schulaufwandsträger bei der technischen IT-Administration an Schulen stellen Bund (BayARn1) und Länder (BayARn2) in einer Förderperiode zwischen Mitte 2020 und Ende 2024 insgesamt rund 16 Millionen Euro an Fördergeldern für Unterfranken bereit. Allen Schulen und Sachaufwandsträgern steht in Unterfranken das Unterstützungsnetzwerk „Beratung digitale Bildung in Bayern“ zur Verfügung. Schulentwicklungsmoderatoren erweitern das Angebot um Impulse für die Schulentwicklung. Der einjährige Pilotversuch „Digitale Schule der Zukunft“ (DSDZ) erprobt die 1:1-Ausstattung der Schülerinnen und Schüler mit einem mobilen Endgerät. Die zur Verfügung stehenden Fortbildungsangebote orientieren sich am neu eingeführten DigCompEdu Bavaria. Dieser beschreibt und systematisiert digitale und medienbezogene Kompetenzen von Lehrkräften. Im Rahmen der BayernCloud Schule (BYCS) erhalten die Schulen zunehmend mehr Werkzeuge für die digitale Kommunikation und ideelle Zusammenarbeit. Durch die datenschutzkonformen und rechtssicheren Angebote werden die Schulen im Alltag unterstützt und die Sachaufwandsträger entlastet.

Förderprogramm „gemeinsam.Brücken.bauen“: Angesichts der zurückliegenden Einschränkungen beim Präsenzunterricht wurde im Jahr 2021 vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus das umfangreiche Förderkonzept „gemeinsam.Brücken.bauen“ zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler beim Aufholen pandemiebedingter Lernrückstände aufgelegt, das aus Landes- und Bundesmitteln finanziert wird. Das Rahmenkonzept umfasst die beiden gleichberechtigten Teilbereiche „Potentiale entfalten: Lernförderung“ und „Gemeinschaft erleben: Sozialkompetenzförderung“ als integrativ-pädagogisches Grundprinzip. Die konkrete Ausgestaltung wird von der jeweiligen Schule entwickelt, deren Autonomie damit gesteigert wird. Entsprechende Angebote fanden im vergangenen Schuljahr an über 70 % der staatlichen Schulen in Unterfranken statt. Im kommenden Schuljahr stehen für Fördermaßnahmen mehr als 4,3 Millionen Euro zur Verfügung, etwa 1 Million Euro mehr als im Jahr zuvor. So können durch die zusätzlichen Fördermaßnahmen im Rahmen von „gemeinsam.Brücken.bauen“ die Schulen auch im kommenden Schuljahr einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die Schülerinnen und Schüler in ihrem schulischen Vorankommen und in ihrer sozialen Entwicklung zu unterstützen.

Förderschulen und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung : Im Schuljahr 2022/2023 werden voraussichtlich 6.596 Schülerinnen und Schüler die unterfränkischen Förderzentren (ohne Berufsschulen und Klassen für Kranke) besuchen. Somit ist weiterhin ein leichter Anstieg der Schülerzahlen zu verzeichnen. Die sonderpädagogischen Fachkompetenzen in den Bereichen Erziehung, Unterricht sowie die gezielte und konkrete Umsetzung individueller Förderung in den Förderzentren der verschiedenen Förderschwerpunkte genießen weiterhin hohe Akzeptanz. An den Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung wird im Vergleich zum Vorjahr mit gleichbleibenden Zahlen gerechnet. Die konkreten Anmeldezahlen in den berufsvorbereitenden Angebotsfeldern sind allerdings erst im Verlauf der Monate Oktober bis Dezember realistisch zu erfassen. Die Angebote an ganztägigem Lernen werden auch an den Förderzentren gleichbleibend mit nur geringfügigen Änderungen nachgefragt.

Berufliche Schulen: Die Schülerzahlen an staatlichen und kommunalen Berufsschulen sind in Unterfranken um ca. 4 % zurückgegangen. Im Schuljahr 2021/22 besuchten ca. 23.300 Schülerinnen und Schüler die unterfränkischen Berufsschulen. Die Pflegeausbildung wird ab dem Schuljahr 2022/23 zusammengefasst. Die bisherigen Ausbildungen zu den Berufen Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in sowie Altenpfleger/-in werden zum Ausbildungsberuf „Pflegefachmann/-frau“ verschmolzen. Damit wird ein Einsatz in unterschiedlichen Versorgungsbereichen der Pflege möglich. Die stetig steigenden Anforderungen an die Geburtshilfe führen dazu, dass die bisher ausschließlich an Berufsfachschulen für Hebammen und Entbindungspfleger erfolgte Ausbildung ab 2022 nur noch als Studium an einer Hochschule begonnen werden kann. Zum kommenden Schuljahr bilden neue Berufsfachschulen Schülerinnen und Schüler als Operationstechnische Assistenten (OTA) und Anästhesie-technische Assistenten (ATA) aus, die im Anschluss gemeinsam mit Ärzten und anderen Fachkräften in operativen und anästhesiologischen Bereichen in Krankenhäusern und ambulanten Einrichtungen eingesetzt werden. An den Standorten Würzburg und Aschaffenburg beginnen zum ersten Mal Schülerinnen und Schüler am 01.09.2022 mit dieser Ausbildung.

Dank an die Schulfamilie: Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann dankt der gesamten Schulfamilie (Eltern, Schülern, Lehrern, Schulverantwortlichen) für ihren erschwerten Einsatz in der aktuell nicht einfachen Zeit. „Unsere Schulen sind derzeit mehr gefordert denn je. Die Auswirkungen der Pandemie belasten unsere Schulen nach wie vor stark. Dazu kommt ein Anstieg der Schülerzahlen, der zum Großteil durch Flüchtlinge aus der Ukraine bedingt ist. Die Integration der Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine ist insoweit eine Herausforderung, die es nur gemeinsam zu meistern gilt. Mein Dank gilt insoweit der gesamten Schulfamilie, bei der Bewältigung dieser immensen Aufgaben. Den ukrainischen Kindern wünsche ich ein gutes Ankommen und allen Schülerinnen und Schülern einen erfolgreichen Schulstart für das anstehende Schuljahr 2022/2023“, so der Regierungspräsident.

Hinweis: Die Regierung von Unterfranken ist für Grund- und Mittelschulen, Berufliche Schulen und für Förderschulen in ganz Unterfranken zuständig. Zu den Aufgaben gehören hierbei insbesondere Personaleinsatz und -verwaltung, Schulorganisation, Schulentwicklung, Lehrerfortbildung und vieles mehr.


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