„Wallfahrt ist ein Abbild für unseren Lebensweg“

Bayern
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Nach fünf Tagen und insgesamt fast 180 Kilometern zu Fuß sind die Würzburger Kreuzbergwallfahrer am Mittwochnachmittag, 24. August, wieder in Würzburg angekommen.

Erstmals dabei war auch Bischof Dr. Franz Jung. Er trug das Männerkreuz auf der letzten Etappe bis in den Kiliansdom, wo die Schlussandacht gefeiert wurde. Weihbischof Ulrich Boom und Dompfarrer Domkapitular Stefan Gessner begrüßten die rund 300 Pilgerinnen und Pilger an der Pforte des Doms. Unzählige Familienangehörige und Freunde feierten die Andacht mit.

„Überglücklich, leicht lädiert und reich beschenkt“, so fasste Bischof Jung seine Erfahrungen in den vergangenen fünf Tagen zusammen. Er sei überglücklich, es geschafft zu haben. „Man schafft es wirklich nur in der Gruppe, die einen zieht und von Station zu Station Mut macht. Das war sehr schön.“ Doch erreiche man den Kreuzberg nicht unversehrt. So sei gleich am ersten Tag in Wülfershausen ein Unwetter niedergegangen, und an diesem Tag hätten sich eigentlich fast alle Blasen gelaufen durch die nassen Schuhe. Aber auch: „Wir haben in vielen unserer Gebete, Andachten und Litaneien über die Wunden der einzelnen Menschen meditiert, die das Leben schlägt, über die Wunden in der Welt mit den Kriegen, über die Wunden der Kirche.“ Er fühle sich „reich beschenkt“ durch die Erfahrung der Wallfahrt und der erlebten Gemeinschaft, erklärte der Bischof. Man habe miteinander geteilt und einander kennengelernt, gemeinsam gebetet und auch die Stille ausgehalten. Ein persönlicher Höhepunkt sei für ihn der Kreuzweg vor dem Wallfahrtsamt auf dem Kreuzberg gewesen.

„Eine Wallfahrt ist ein Abbild für unseren Lebensweg“, sagte Weihbischof Boom in der Andacht. Der Mensch sei ein Leben lang unterwegs. „Wenn wir unterwegs sind, zählen weder Rang noch Titel. Der Weg macht aus uns Menschen, die Schwestern und Brüder sind.“ Nur einer kenne die Menschen ganz. Doch je mehr man sich mit den Augen Jesu ansehe, desto besser gelinge der Lebensweg. „Gemeinsam geht es besser, gemeinsam geht der Weg leichter. Das bedeutet es, Kirche zu sein, als pilgerndes Volk Gottes unterwegs zu sein“, betonte der Weihbischof. Franziskaner-Minorit Pater Maximilian Bauer, Präses der Bruderschaft zum Heiligen Kreuz Würzburg, zitierte aus der Predigt von Bischof Jung beim Wallfahrtsamt am Montag, 22. August, auf dem Kreuzberg: „Der, der dem anderen, den er dürsten sieht, nur einen Becher Wasser reicht, der hat das Evangelium verstanden. Der hat den Teil, den er verstanden hat, auch erfüllt, und darauf kommt es an.“ Bauer dankte allen, die an der Vorbereitung und Durchführung der Wallfahrt beteiligt waren. Zum Abschluss erteilten Bischof Jung, Weihbischof Boom und Pater Bauer den Gläubigen den Segen.

Nach zwei Jahren coronabedingter Pause konnte die Kreuzbergwallfahrt wieder wie gewohnt stattfinden. „Es ist bereichernd, wieder diese Gemeinschaftserfahrung zu machen. Es war einfach nur schön“, sagte Wallfahrtsleiter Michael Seufert. Mit Ausnahme von zweimal Regen sei die Wallfahrt ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Die Kreuzbergwallfahrer waren am Samstag, 20. August, am Würzburger Neumünster gestartet und legten innerhalb von fünf Tagen insgesamt fast 180 Kilometer zurück. Die Wallfahrt stand unter dem Motto „Verleih mir ein hörendes Herz“.


PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von Aschaffenburg News!

Kommentar schreiben

Senden
Anzeige
Anzeige

online werben

Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

vogler banner neu

Kontakt (3)

Direkter eMail-Kontakt zur Aschaffenburg.News-Redaktion

-> hier klicken