Mehr als 150 Gottesdienstbesucher und Vertreter der örtlichen Vereine mit Fahnenabordnungen nahmen am feierlichen Gottesdienst direkt am Bildstock der 14 Nothelfer teil, der von Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann zelebriert wurde. 17 Bildstöcke finden sich in und um Stammheim, heißt es in einer Pressemitteilung der Pfarreiengemeinschaft „Marienhain, Herlheim“. Sie sind nun mit einem kleinen Bildstockweg von einem Kilometer Länge und einem großen Rundweg von sieben Kilometern Länge miteinander verbunden.

Die Kindergartenkinder Stammheim unter der Leitung von Ilse Kossner eröffneten den Gottesdienst mit einem Willkommensgedicht. In seiner Einführung ging Bischof Hofmann auf die Bildstöcke ein, die es möglich machen, dem Glauben und der Liebe Gottes im Alltag zu begegnen. Exemplarisch stellten Diakon Uwe Rebitzer und Gemeindereferent André Christof in den Kyrie-Rufen und den Fürbitten die Bildstöcke als in Stein gehauene Glaubensbekenntnisse dar: die heilige Katharina, der heilige Eustachius und der heilige Georg, die auf dem 14-Nothelfer-Bildstock zu sehen sind. Die Bildstöcke mögen „steinalt“ sein, und doch brächten sie die Menschen zusammen, um ihnen Kraft und Orientierung für ihren eigenen Lebensweg zu geben.

Pfarrer Andreas Engert erläuterte die Geschichte der Bildstöcke und deren Ansehen in der Bevölkerung. Er ging auf die Aufgaben ein, die den einzelnen Nothelfern zugedacht sind und die sich seit dem Mittelalter noch in der heutigen Verehrung zeigen. Allen voran beispielhaft der heilige Blasius, der bei Halsschmerzen helfen und einmal im Jahr mit der Spende des „Blasiussegens“ vor Krankheiten schützen soll. Oder der heilige Christophorus, dessen Bild viele Fahrräder und Autos ziert und der den Fahrern ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Am Ende der Messe segnete Bischof Hofmann den 14-Nothelfer-Bildstock und eröffnete damit feierlich den Bildstockweg. Alfred Hackenberg vom Ortskirchenrat und Stefan Ebert, Sprecher der Kirchenverwaltung, dankten allen Beteiligten.

Stellvertretende Landrätin Christine Bender lobte das Engagement der Beteiligten vor Ort, aber auch die Initiative des Landratsamts Schweinfurt, per Leader-Fördermitteln die Konzeption und Erstellung einer Broschüre „Bildstockweg Stammheim“ auf den Weg gebracht zu haben. Katharina Graf, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Kolitzheim, forderte dazu auf, einmal genauer hinzusehen, die Bildstöcke intensiver zu betrachten und nicht achtlos an ihnen vorüberzugehen. Die Feier endete mit einem Prozessionszug unter Begleitung der örtlichen Musikkapelle und einer Begegnung im Jugendheim Stammheim.

Broschüre „Stammheimer Bildstöcke. Symbole des Glaubens“

Als Zeichen der Dankbarkeit oder des Einlösens eines Gelübdes sind Bildstöcke bis heute ein Zeichen des Glaubens in Franken. Sie sind Bestandteil der fränkischen Kultur und prägen an vielen Stellen Ortschaften und Landschaft. Der Ortskirchenrat Stammheim startete eine Initiative, um die Bildstöcke in und um Stammheim wieder stärker in das Bewusstsein zu rücken. Mit Hilfe von europäischen Fördermitteln aus dem Leader-Programm wurde die Broschüre „Stammheimer Bildstöcke. Symbole des Glaubens“ erstellt. Sie enthält einen Plan, in dem der kleine und der große Rundweg sowie die Standorte der 17 Bildstöcke eingezeichnet sind. Der älteste Bildstock, die sogenannte „Konrad-von-Thüngen-Säule“, stammt aus dem Jahr 1522. Zu den schönsten „Materln“ gehört die erst kürzlich renovierte „Marter am Rabenberg“ mit ihren gegenläufig gedrehten Säulen. Die Stationen laden dazu ein, sich auf den Weg zu machen, eine Auszeit zu nehmen und gleichzeitig die reizvolle Landschaft zu genießen. Jeder Situation des Alltags ist ein eigener Psalm gewidmet, und Personen des Glaubens helfen dabei, sich in die Thematik des jeweiligen Abschnitts zu vertiefen. Außerdem enthält die Broschüre Wissenswertes zur Stammheimer Kirchengeschichte sowie den Kirchenpatronen, dem heiligen Bartholomäus und dem heiligen Sebastian. Die 14 Nothelfer werden ebenfalls erläutert. Die Broschüre nebst Plan liegt kostenfrei in allen Kirchen der Pfarreiengemeinschaft „Marienhain, Herlheim“, der Gemeinde Kolitzheim und im Rathaus Stammheim aus. Weitere Informationen zum Bildstockweg gibt es im Internet (http://www.pgmarienhain.de/index.php/stamm-bildergalerie/bildstockweg).


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