Beim Jahrestreffen der staatlichen und kirchlichen Seminarrektoren für Grund- und Mittelschulen in Unterfranken ist die praktische Zusammenarbeit im Religionsunterricht im Mittelpunkt gestanden. Das teilt das Religionspädagogische Institut (RPI) des Bistums Würzburg mit, das auch Veranstalter war.
Unter der Leitung von Seminarrektor im Kirchendienst Matthias Och besuchten die Teilnehmenden die Mittelschule Schöllkrippen, wo Lehrerin Nina Kroiß eine Unterrichtsstunde zum Thema Abtreibung zeigte. Die Stunde habe sowohl die Perspektive einer betroffenen Frau als auch die des ungeborenen Kindes gezeigt und damit Raum für einen sensiblen Austausch über die unterschiedlichen Positionen der katholischen und evangelischen Kirche geboten.
Im anschließenden Gespräch mit Pfarrerin Uschi Aschoff und evangelischen Seminarrektorinnen und ‑rektoren diskutierte die Runde über Chancen und Grenzen der konfessionsübergreifenden Unterrichtsmodelle Religionsunterricht mit erweiterter Kooperation (RUmeK) und Konfessioneller Religionsunterricht kooperativ (KoRUk). Bei RUmeK nimmt eine Minderheit evangelischer Kinder am katholischen Religionsunterricht teil. KoRUk existiert als Modell an einigen Schulen. Eine katholische Lehrkraft unterrichtet dann manchmal auch mehr Schüler anderer Konfession als solche mit katholischer Konfession. Das erfordere einen besonders sensiblen Umgang mit persönlichen Glaubenstraditionen. Versteckter Diskriminierung und Abwertung gelte es dabei vorzubeugen.
Das Treffen gilt als wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung der Seminarausbildung. Durch den regelmäßigen Austausch zwischen staatlichen und kirchlichen Verantwortlichen sollen Ausbildungsinhalte, Prüfungen und die Beratung junger Lehrkräfte gemeinsam reflektiert und verbessert werden. Auch im kommenden Jahr ist laut RPI eine Fortsetzung des Dialogs geplant, einschließlich einer gemeinsamen Fortbildung durch die Schulabteilung des Bistums Würzburg.








