Die Führung startete um 14 Uhr am Marktplatz in Aschaffenburg. Von dort aus schlenderten die Teilnehmer den kurzen Weg zur Mälzerei-Passage. Mitten in der Stadt, zwischen Treib -und Steingasse, und dennoch verborgen, befindet sich die Passage, in deren Mitte sich der filigrane Brentanobrunnen befindet. Der „märchenhafte“ Brunnen wurde von 1987 von dem Aschaffenburger Künstler Bernhard Vogler, in Erinnerung an den romantischen Dichter Clemens Brentano, entworfen. Anschließend begab sich die Gruppe auf den Weg zum Wolfsthalplatz. Ebenso mitten in der Stadt, von einigen der Anwesenden schon viele Male besucht und vorher dennoch nie richtig gesehen wurde. Bei dieser Führung jedoch, erläuterte der Wanderführer den gewaltsamen Niedergang der Synagoge, die mit dem nebenstehenden Rabbinatshaus, das Zentrum der bedeutsamen jüdischen Gemeinde in Aschaffenburg war. In der Reichspogromnacht vom 1938 wurde die Synagoge, von Nationalsozialisten und der erschütternden, weitgehenden Duldung der Behörden und der Bevölkerung, niedergebrannt. Heute erinnern Gedenksteine und ein Plantanenhain an ihren einstigen Standort. Das Rabbinatshaus blieb verschont und dient heute als Museum der jüdischen Geschichte und Kultur.

Ebenso befindet sich am Wolfsthalplatz eine Wasserskulptur, bzw. ein Brunnen, der den Namen „Zeitwagen“ trägt. Die Ausführungen und das Wissen des Wanderführers verblüffen immer wieder. Die Wasserskulptur wäre ohne diese Erklärungen nicht erwähnenswert gewesen. So waren die Ausflügler erstaunt über die Bedeutungen der einzelnen Brunnenmerkmale. Im Anschluß bot sich ein Besuch der imposanten Stiftskirche an. Graziös ragt die Kirche am Dalberg, fast schon wie eine Kathedrale, über die Dächer der Stadt. Im Inneren beeindruckten vor allem das große geschnitzte Holzkreuz aus dem 9. Jahrhundert!! Sowie das Bild „Beweinung Christi“, das 1525 von Matthias Grünewald gemalt wurde. Bemerkenswert. Als letzte Station geleitete der Wanderführer die Ausflügler zum Außenbereich und in den Hof des Schlosses. Der neue Aufzug, der in naher Zukunft das Mainufer und das Schloss barrierefrei verbinden wird, erregte die Gemüter und sorgte für heftige Diskussionen. Im Hof des Schlosses berichtete G. Stühler von den Turmuhren und deren Geschichte, sowie von den Gebäuden, von denen nur ein einziger Turm nach dem 2 Weltkrieg stehen geblieben war.

Nach diesen vielen wertvollen und neuen Eindrücken, war es Zeit, für die wohlverdiente Einkehr. Im Autokorso fuhren die Wanderfreunde in Richtung Fasanerie. Die Fasanerie ist ein etwa 75 Hektar großer, bewaldeter Landschaftspark, dem ebenso eine reichlich bewegte und lange Geschichte vorausgeht. An diesem Samstag jedoch waren der Durst und der Hunger groß und somit so genügte den Wanderfreunden das gemütliche Restaurant inmitten der Aschaffenburger Fasanerie. Dies war genau der richtige Ort, um den Ausflug gemeinsam ausklingen zu lassen. Es war ein äußerst interessanter Nachmittag, der die Mitglieder mit reichlich neuen Impressionen und Hintergrundwissen aus bekannter Umgebung, zufrieden nach Hause gehen ließ.