Begeisterung auf beiden Seiten

© Markus Hauck (POW) | Bischof Dr. Franz Jung feierte mit in den Werkstätten der Lebenshilfe in Schmerlenbach einen Gottesdienst und ließ sich dann die verschiedenen Arbeitsbereiche zeigen. Zahlreiche Werkstattmitarbeiterinnen und -mitarbeiter nutzten die Gelegenheit für ein Foto mit dem Bischof

Hösbach
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Bischof Dr. Franz Jung feiert in den Werkstätten der Lebenshilfe Schmerlenbach einen Kiliani-Gottesdienst mit Menschen mit Behinderung

Kiliani findet nicht nur in Würzburg statt: Auch in diesem Jahr ist Bischof Dr. Franz Jung wieder zu einem Kiliani-Gottesdienst während der Wallfahrtswoche aufs Land gefahren. In den Werkstätten der zum Diözesan-Caritasverband Würzburg gehörenden Lebenshilfe Schmerlenbach gestaltete er am Mittwochvormittag, 10. Juli, eine Wort-Gottes-Feier für die dort arbeitenden rund 140 Menschen mit Behinderung und das Betreuerteam. Im Anschluss ließ er sich die Einrichtung zeigen und unterhielt sich mit den dort tätigen Frauen und Männern. Im Gottesdienst zeigte sich immer wieder die Herzlichkeit und Spontanität der Menschen mit Behinderung: Mit sichtlicher Freude sangen und klatschten sie bei den Liedern mit und applaudierten der Lektorin ebenso wie dem Bischof für seine Dialogpredigt, in der dieser auf das diesjährige Kiliani-Motto „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen“ einging.

„Die Weisen kamen aus dem Osten nach Jerusalem. Sie hatten an dem Stern erkannt, dass ein König geboren ist. Ein König, der keine Kriege anfängt, keine Menschen unterdrückt, der nicht ungerecht ist. Kennt Ihr solche bösen Könige?“, wollte der Bischof wissen. „So einer wie der Putin“, rief ein Mann dem Bischof zu. Jesus sei ein ganz anderer König, erklärte der Bischof weiter. Er spreche Menschen Mut zu, die von anderen abgeschrieben sind und auch selbst schon alle Hoffnung aufgegeben haben. „Deswegen bringen die Weisen dem neugeborenen Jesus Geschenke: Gold für die Liebe, die nicht vergeht, Weihrauch als Zeichen für den Gottesdienst und dafür, dass Gott mitten unter uns ist. Und dann noch Myrrhe, wertvolle Medizin.“

Auch die Frauen und Männer in der Werkstätte der Lebenshilfe könnten das Licht des Sterns aus der biblischen Erzählung anderen bringen. „Wenn ihr füreinander ein gutes Wort habt und denen helft, die Hilfe brauchen.“ Als zum Abschluss beim Lied „Gottes Liebe ist so wunderbar“ der ganze Saal klatschte und die Hände bei der Zeile „so groß“ nach oben und bei „so tief“ nach unten streckte, war auch der Bischof infiziert und klatschte und gestikulierte mit. Nach dem Schlusssegen überreichten Tamara Losensky und Sven Fischer vom Werkstattbeirat Bischof Jung zum Dank für seinen Besuch einen Präsentkorb mit Produkten, die in den Werkstätten der Lebenshilfe hergestellt werden. Interessiert zeigte sich der Bischof bei der anschließenden Führung durch die Arbeitsgruppen. Je nach Fähigkeit und Neigung sind die Frauen und Männer dort unter anderem im Verpacken und Montieren beispielsweise von Kleinteilen für die Kraftfahrzeugindustrie tätig. Wiederholt wurde der Bischof um ein gemeinsames Selfie gebeten. Nicht schlecht staunte der Gast aus Würzburg, als ihm eine junge Frau stolz auf ihrem Handy die Rosenkranz-App zeigte, die sie regelmäßig nutze. „Vielen Dank, dass ich heute bei Euch sein durfte“, verabschiedete sich der Bischof in Schmerlenbach. Der nächste Kiliani-Termin erwarte ihn bereits.

Stichwort „Lebenshilfe Werkstätten e. V. Schmerlenbach“

Der Verein Lebenshilfe Werkstätten Schmerlenbach unterstützt Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung dabei, ihr Leben so normal und selbstbestimmt wie möglich zu führen. Er betreut, fördert, fordert und beschäftigt rund 680 Menschen mit Behinderung im Landkreis Aschaffenburg und Miltenberg. Er bietet mit Wohnheimen, externem Wohntraining und Ambulant Unterstütztem Wohnen für Menschen mit Behinderung ein eigenes Zuhause. Sie erhalten Unterstützung im Haushalt, bei Behördengängen und können an Freizeitaktivitäten teilnehmen. In den vier Werkstätten in Schmerlenbach, Aschaffenburg, Stockstadt und Großheubach bietet die Lebenshilfe Menschen mit Behinderung berufliche Bildung, soziale und persönliche Betreuung und Teilhabe am Arbeitsleben. In den Tagesförderstätten des Vereins werden erwachsene Menschen mit schwersten geistigen und auch mehrfachen Behinderungen betreut, die aufgrund ihrer Beeinträchtigungen nicht, nicht mehr oder noch nicht die Werkstatt besuchen können. Derzeit betreut die Lebenshilfe Schmerlenbach etwa 680 Menschen mit Behinderung und beschäftigt weitere knapp 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betreuungs- und Verwaltungsdienst sowie dem Bereich Technik. Der Verein „Lebenshilfe Werkstätten e. V. Schmerlenbach“ wurde am 5. November 1971 gegründet. Zunächst beschränkte sich der Zweck des Vereins darauf, Werkstätten für Menschen mit Behinderung zu betreiben. Im Laufe der Jahre kam zusätzlich der Bereich Wohnen hinzu.


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