Am Weißen Sonntag des Jahres 1921 trafen sich die vier begeisterten Musiker Josef Herbig, Johann Dill, Gabriel Petermann und Severin Höfling, um eine Musikkapelle zu gründen. Die Kapelle erhielt den Namen des Leiters - „Kapelle Herbig“, während der Verein den Titel „Verein der Musikfreunde 1921 Großostheim“ annahm. Die anfänglich doch überschaubare Schar verstärkte sich schon bald durch Musiker aus Wenigumstadt.
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Während des Zweiten Weltkriegs wurden alle aktiven, wehrdienstfähigen Musiker, mit Ausnahme der vier Gründungsmitglieder, zum Kriegseinsatz einberufen. Trotzdem bildete Josef Herbig weiterhin jugendlicher Bläser aus und schaffte hierdurch die Voraussetzung, dass trotz aller Kriegswirren die Musikkapelle fortbestehen konnte.
Nach Kriegsende schlossen sich im Jahr 1953 die Musikvereine des ehemaligen Landkreises Aschaffenburg zur „Interessengemeinschaft für Blasmusik Vorspessart“ (später Volksmusikverband Vorspessart, heute Blasmusikverband Vorspessart e.V.) zusammen. Karl Herbig wurde mit dem Amt des zweiten Vorsitzenden betraut.
Als sich der Gesundheitszustand des Leiters Josef Herbig verschlechterte, übernahm Karl Herbig 1955 nicht nur die Leitung des Blasorchesters, sondern auch den Vorsitz des Musikvereins. Kurz darauf verstarb am 10. 9. 1955 der Vereinsgründer Josef Herbig und hinterließ eine große Lücke.
Seit 1963 fanden unter dem neuen Leiter, Karl Herbig, erstmals wieder regelmäßige Jahreskonzerte statt, zunächst im Pfarrheim am Dellweg. Doch die wachsende Beliebtheit dieser Konzerte und die positive Resonanz in der Bevölkerung machten es erforderlich, größere Veranstaltungsräume anzumieten. Zunächst ging man deshalb in die Turnhalle an der Jahnstraße, später dann in die DJK-Sporthalle und schließlich in die Bachgauhalle, die noch heute Aufführungsort der Vereinskonzerte ist.
Da sowohl Josef als auch Karl Herbig von Beginn an großen Wert auf die Nachwuchsausbildung gelegt hatten, wurde diese intensive Arbeit Ende der 60er Jahre durch eine starke Verjüngung des Blasorchesters und damit ein Fortbestehen des Vereins belohnt. So blieb auch in der Folgezeit die Jugendarbeit und die Ausbildung des Nachwuchses immer im Mittelpunkt des Vereinsgeschehens.
In den 70er und 80er Jahren gelang es dem Verein der Musikfreunde immer wieder, auch namhafte Blasorchester und international bekannte Musikgruppen nach Großostheim zu verpflichten, die in der Bachgauhalle Konzerte gaben und so eine Bereicherung des kulturellen Lebens in Großostheim darstellten.
Im Frühjahr des Jahres 1990 übernahm Rainer Herbig den Vorsitz des Vereins der Musikfreunde. Unter seiner Leitung wurde die erfolgreiche musikalische Arbeit fortgesetzt. Das Blasorchester gab sich nun den Namen „Großostheimer Blasmusik“ und widmete sich vermehrt der zeitgemäßen Musik. Der Vereinsvorstand erstellte nun eine Satzung und beantragte den Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht Aschaffenburg. Mit dem Eintrag in das Vereinsregister erhielt der Vereinsame den Zusatz „e.V.“. Gleichzeitig wurde ihm damit die Gemeinnützigkeit bestätigt.
Im Jahre 2004 stellte sich der 1. Vorsitzende Rainer Herbig aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl und übergab ein erfolgreich geführtes Vereinsunternehmen an seinen Nachfolger Dietmar Lipp. Am 11.11.2005 verstarb der langjährige Vorsitzende und Dirigent Karl Herbig im Alter von 85 Jahren. Er ist als musikalischer Mentor in die Großostheimer Musikgeschichte eingegangen.
Im März 2008 wurde Robert Morhart zum 1. Vorsitzenden und Anja Bickert zur 2. Vorsitzenden gewählt. Der Dirigent Heiko Launer investierte viel Zeit in die musikalische Aufbauarbeit, insbesondere auch in das Einstudieren aktueller Arrangements, die in das Repertoire des Hauptorchesters neu aufgenommen wurden. Neben der traditionellen Blasmusik kamen immer mehr Auftritte mit moderner Unterhaltungsmusik hinzu. Des Weiteren konnte, nach längerer Pause, im Mai 2009 wieder ein Konzert in der Bachgauhalle stattfinden. Mit einem Jubiläumskonzert feierte der Verein im Jahr 2011 somit sein 90jähriges Bestehen.
Das Jahr 2014 bildete insofern eine Zäsur in der 93-jährigen Vereinsgeschichte, als erstmals eine Frau zur 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Die ehemals 2. Vorsitzende, Anja Bickert, rückte damit endgültig in die Führung des Vereins auf. Ebenso zeichnete sich eine Lösung bei der Suche nach einem geeigneten Proberaum ab, nachdem im Erdgeschoss des alten Rathauses ein idealer Raum frei wurde. Unter finanzieller Beteiligung der Marktgemeinde und vor allem auch in Eigenleistung ist hier eine dauerhafte Bleibe des Musikvereins entstanden.
Nach kurzer Durststrecke konnte im Herbst 2019 der engagierte, musikalische Orchesterleiter Christian Schreck für den Verein gewonnen werden. Er übernahm den Taktstock von Heiko Launer und führt seitdem dessen erfolgreiche Arbeit fort, setzt aber auch eigene Akzente zur Weiterentwicklung des Vereins.
Leider wurde jedoch schon nach einem knappen halben Jahr seine aktive Arbeit jäh durch die Coronapandemie unterbrochen. Völlig neue, unbekannte Wege mussten nun beschritten und Lösungen gefunden werden, das Vereinsleben am Leben zu erhalten. Dies gelang dem Dirigenten in Zusammenarbeit mit der Vorstandschaft in hervorragender Weise. Es wurden digitale Online-Treffen organisiert, Noten zum Üben online bereitgestellt, die Notenmappen überarbeitet, ein neues Marschbuch zusammengestellt, ein imposantes und professionelles Weihnachtsvideo gedreht und veröffentlicht, ein Geburtstagsvideo als digitales Ständchen für Jubilare aufgenommen und eine #Restart-Tüte zum Wiedereinstieg in den Probebetrieb an jedes Mitglied verteilt. Sodass nach 1 ½ Jahren Zwangspause im aktiven Probebetrieb fast alle bei der Stange geblieben sind und nun seit knapp sechs Wochen, unter Einhaltung der 3G-Regeln, normal weitergeprobt werden kann.
Das Jahr 2021 sollte natürlich ein ganz besonderes werden. Ursprünglich waren zum 100jährigen Vereinsjubiläum viele Aktivitäten geplant, die bisher coronabedingt nicht stattfinden durften, u.a. eine Feierstunde, ein Gastkonzert der Bigband der Bundeswehr und ein zweitägiges Jubiläumsfest zum bevorstehenden Kerbwochenende in der Bachgauhalle. Doch endlich, wenn auch hier unter strengen Auflagen, sind zumindest noch ein paar Auftritte zum Festjahr möglich.
Auftritt am Kerbwochenende
Zum kommenden Kerbwochenende am Sonntag, 24. Oktober, von 14:00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr, möchten die Musikerinnen und Musiker des Vereins der Musikfreunde die sich nun bietende Chance nutzen, erstmalig wieder mit kompletter Blasorchesterbesetzung und vor Publikum aufzutreten – soweit auch das Wetter mitspielt. Alle Besucher der Kerb und der Hausflohmärkte sowie alle Freunde der Blasmusik sind herzlich eingeladen an der Musikschule unterhalb des Marktplatzes von Großostheim vorbeizuschauen und den Klängen der Großostheimer Blasmusik zu lauschen. Ein erster Schritt zurück zur Normalität und ein kleiner Beitrag zum 100-jährigen Vereinsjubiläum, auch wenn sich alle Musikfreunde aus Großostheim dies in diesem Jahr so ganz anders gewünscht hätten.






