Nach zweijähriger Schließzeit öffnet die Bayerische Schlösserverwaltung das Schloss im Landschaftspark Schönbusch in Aschaffenburg am Mittwoch, den 1. April, wieder.
Die rund 50 historischen Fenster und Fenstertüren des Sommerschlösschens wurden von Fachleuten sorgfältig saniert, um die Originalsubstanz zu bewahren, und behutsam abgedichtet. Einige Fenster tragen noch Gläser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Der bleihaltige Anstrich wurde entfernt, morsche Wetterschenkel und defekte Holzteile wurden ausgetauscht und größere Spalte zwischen Fensterflügeln und Rahmen geschlossen, um Ungeziefer und Staub fernzuhalten. Gesprungene Verglasungen ersetzten sie durch historisches Glas. Die Fenster erhielten einen neuen weißen Anstrich, und die Mechanik wurde neu eingestellt. Im Inneren prüften die Restauratorinnen und Restauratoren die Stuckdekoration, schlossen kleinere Risse und sicherten lose Teile.
Zur Wiedereröffnung präsentiert Schloss Schönbusch auch etwas „Neues“: 2024 erwarb die Bayerische Schlösserverwaltung ein kleines Gemälde in einer Auktion. Es zeigt Schloss Schönbusch wenige Jahre nach seiner Fertigstellung. Das 30 mal 45,5 Zentimeter große Gemälde wird dem Mainzer Porträt- und Landschaftsmaler Johann Kaspar Schneider (1753–1839) zugeschrieben, der sich 1795 längere Zeit in Aschaffenburg aufhielt und für den Mainzer Kurfürsten und Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (reg. 1774–1802) arbeitete. Es ist ab Mittwoch, den 1. April, in der Vorhalle des Schlosses zu sehen. Der Landschaftspark Schönbusch entstand ab 1775. Im Stil des englischen Landschaftsgartens angelegt, integrieren sich kleinere Gebäude und Staffagebauten harmonisch in die Gartengestaltung. Das klassizistische Gartenschloss, erbaut 1778 bis 1782 nach Plänen des Architekten Emanuel Joseph von Herigoyen im Stil des Frühklassizismus, liegt malerisch am Unteren See und ist durch eine Blickachse mit dem Stadtschloss Johannisburg verbunden. Seine mit hochwertigem Mobiliar im Stil Louis-seize eingerichteten zehn Schauräume bieten ein anschauliches Beispiel fürstlicher Wohnkultur am Ende des 18. Jahrhunderts. Die heute gezeigten Möbel stammen überwiegend aus der Originalausstattung des Gartenschlösschens. Schloss Schönbusch ist bis Anfang Oktober (außer montags) von 9–18 Uhr geöffnet und ausschließlich mit Führung zugänglich (Dauer ca. 20 Minuten; letzte Führung: 1 Stunde vor Ende der Öffnungszeit). Am Ostermontag hat Schloss Schönbusch geöffnet.
Der Park Schönbusch ist einer der frühesten Landschaftsgärten Süddeutschlands. Der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Friedrich Carl von Erthal ließ ab 1775 das ehemalige kurfürstliche Wildgehege zu einem Park umgestalten. Unter maßgeblicher Mitwirkung seines Staatsministers Graf Wilhelm von Sickingen und des Architekten Emanuel Joseph von Herigoyen wurden zwischen 1775 und 1802 künstliche Seen und Wasserläufe ausgehoben, Hügel aufgeschüttet und malerische Gehölzpflanzungen angelegt. Zur Vollendung der Gartenanlage war spätestens seit 1783 Friedrich Ludwig von Sckell hinzugezogen worden. Sckell konnte hier erstmals die in England erlernten Grundsätze der landschaftlichen Gestaltung in einem als Ganzes neu angelegten Park anwenden. Er hinterließ einen der bedeutendsten Landschaftsgärten Deutschlands. Bis 1788/89 entstanden Parkbauten, wie das Dörfchen und die Hirtenhäuser als ländlich-pittoreske Staffagen, das Philosophenhaus, der Freundschaftstempel, der Aussichtsturm, der Speisesaal und die Rote Brücke.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Außenverwaltung in Aschaffenburg kümmern sich mit viel Sorgfalt und Mühe nicht nur um Schloss Johannisburg mit dem Schlossgarten, sie sind zudem für das Pompejanum sowie für Schloss und Park Schönbusch zuständig. Rund 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zwei Saisonkräfte arbeiten in der Schloss- und Gartenverwaltung Aschaffenburg. Für einen unvergesslichen Besuch im Schlossgarten sowie in einem der bedeutendsten Landschaftsgärten Deutschlands, dem Park Schönbusch, sorgen mehr als 20 Gärtnerinnen und Gärtner. Zudem arbeiten – teilweise hinter den Kulissen wie beispielsweise in Gewächshäusern und Werkstätten – Mitarbeitende der Schlosserei, Schreinerei sowie Kassen- und Reinigungskräfte. In den einmaligen Kulissen der Außenverwaltung Aschaffenburg können Veranstaltungsräume vielfältig genutzt werden. Weitere Informationen zu den Aschaffenburger Schlössern und Gärten sind unter www.schloesser-aschaffenburg.de zu finden.
Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen ist eine der traditionsreichsten Verwaltungen des Freistaates Bayern. Als Hofverwaltung der Kurfürsten und der Könige entstanden, ist sie heute mit 45 Schlössern, Burgen und Residenzen sowie weiteren Baudenkmälern einer der größten staatlichen Museumsträger in Deutschland. Dazu kommt noch ein ganz besonderes geschichtliches Erbe: die vielen prachtvollen Hofgärten, Schlossparks, Gartenanlagen und Seen. Die einzigartigen Ensembles europäischer Architektur gepaart mit reichhaltiger künstlerischer Ausstattung ziehen jährlich ein Millionenpublikum aus aller Welt an.







