Beschäftigte der UKW Service GmbH erneut im Streik!

Foto: Michelle Rohleder / Streik vor der Geschäftsstelle der UKW Service GmbH am 04. Juni 2024

Aschaffenburg
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Die Beschäftigten der UKW Service GmbH haben am Montag und Dienstag erneut ihre Arbeit niedergelegt und sind dem Streikaufruf der Gewerkschaft ver.di gefolgt.

Mit einem Demonstrationszug durch die Würzburger Innenstadt haben die Beschäftigten ihre Forderung auf die Straße getragen: Eine Angleichung an den Tarifvertrag der Länder. Und damit verbunden bis zu 900 Euro mehr Lohn, eine betriebliche Altersvorsorge, bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Beschäftigten sind Teil essenziell für einen reibungslosen Betrieb an der Universitätsklinik Würzburg. Sie reinigen unter anderem Patientenzimmer und Operationssäle oder bringen Patienten lebensnotwendige Medikamente ans Krankenbett – und das zu absoluten Dumpinglöhnen, teilweise nur knapp über Mindestlohn! „Niemand von uns streikt mit gutem Gewissen! Wir wissen, dass die Patient*innen uns brauchen! Aber wir haben keine andere Wahl: auch wir wollen ohne Zweit- und Drittjob leben können, auch in der Rente!“ so ein Beschäftigter bei der Streikkundgebung.

Die UKW Service GmbH wird zu 51 Prozent von der Universitätsklinik Würzburg und zu 49 Prozent von der Dorfner Gruppe gehalten. Ziel der ausgelagerten Servicegesellschaft ist einzig und allein Kosten für die Klinik zu sparen, auf dem Rücken des für den Klinikbetrieb so notwendigen Personals! Die Uniklinik – und damit der Freistaat Bayern – nimmt so in Kauf, dass Beschäftigte, die elementar für die Hygienestandards und eine gute Patienten Versorgung der Klinik verantwortlich sind, einen zweiten oder sogar dritten Job annehmen müssen, um über die Runden zu kommen! Bislang zeigt die Geschäftsführung der UKW Service GmbH keinerlei Gesprächsbereitschaft und verweigert jegliche Verhandlungen. Wertschätzung für die eigenen Beschäftigten sieht anders aus!

Eine Beschäftigte der UKW Service GmbH verdeutlicht: „Ich lade die gesamte Chefetage ein, einen Monat lang meine Arbeit zu machen – und dann am Ende mit dem gleichen Lohn zurechtzukommen, den ich am Ende des Monats zur Verfügung habe! Ich will Wertschätzung! Ich will von meiner Arbeit leben können! Und ich streike weiter, bis sich die Geschäftsführung endlich mit uns an einen Tisch setzt und über unsere Forderung verhandelt!“ Die Arbeitgeber haben es nun selbst in der Hand und können den Tarifkonflikt durch eine Angleichung an den Tarifvertrag der Länder jederzeit beenden und weitere unnötige Eskalationen in der Auseinandersetzung vermeiden.  

„Wir sind jederzeit bereit für Tarifverhandlungen“ so Stefan Kimmel, zuständiger Gewerkschaftssekretär, ver.di Würzburg, „die Beschäftigten tragen eine große Verantwortung und diese sollte entsprechend entlohnt werden. Weigern sich die Arbeitgeber jedoch weiterhin mit uns zu sprechen, sind wir gezwungen, die Streiks fortzusetzen und auszuweiten“. Nur angemessene Löhne und Tarifverträge stärken die Sozialkassen und auch unser Gesundheitswesen!


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