Zeichen für Gottes Gegenwart

© Peter Urbin | Dekan Martin Heim, Pater Nikola Curcio, Pfarrer Walenty Cugier und Ordinariatsrat Pfarrer Robert Sauer feierten den Gottesdienst und das "Eucharistische Kolloquium".

Aschaffenburg
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Fronleichnamsfeier der Innenstadtpfarreien aufgrund der Wettervorhersage in der Stiftsbasilika – Leitwort: „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen!“

Aufgrund der schlechten Wettervorhersage hat die Fronleichnamsfeier in der Aschaffenburger Innenstadt am Donnerstag, 30. Mai, nicht auf dem Stiftsplatz, sondern in der Stiftsbasilika Sankt Peter und Alexander stattgefunden,. Die Gemeinde versammelte sich mit Oberbürgermeister Jürgen Herzing und den Bürgermeistern Jessica Euler und Eric Leiderer zur Eucharistiefeier mit anschließender Prozession durch den Kreuzgang und das Paradies, heißt es in einer Pressemitteilung. In seiner Predigt griff Dekan Martin Heim das Bistumsmotto auf: „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen!“ Der für Fronleichnam eher ungewöhnliche Text des Dreikönigstags sei dennoch dazu angetan, das Geheimnis der Eucharistie zu deuten. Der Stern, der für die Magier aus dem Osten zunächst „technisch“ berechenbar war, werde zu einem neuen Hoffnungszeichen, dem sie folgen. Er führe sie zum Kind Jesus, zu einem unscheinbaren Menschen, den sie jetzt als König und von göttlichem Wesen erkennen. In der Eucharistie werde vor der Kommunion den Gläubigen das unscheinbare Brot gezeigt. Die Christinnen und Christen glaubten in diesem Zeichen des Brotes „den Herrn in seiner verklärten Gegenwart wahrhaft unter uns“, sagte der Dekan. Doch müsse auch das Brot noch in eine viel tiefere Begegnung mit dem Auferstandenen führen, der in seiner eigentlichen Gegenwart weit mehr sei als Brot und Wein. Die Eucharistie werde zum Ereignis der Gegenwart des Menschen und Gottes Jesus Christus.

Die kleinere Form der anschließenden Sakramentsprozession wurde eröffnet durch ein „Eucharistisches Kolloquium“. Pater Nikola Curcio von der Franziskanischen Gemeinschaft von Betanien interpretierte das Tagesevangelium aus Markus 14: Das schlichte Wort des Herrn „Nehmt, das ist mein Leib“ sei jetzt Gegenwart, nicht symbolisch, sondern real. Das Geschenk des Herrn an die Menschen sei er selbst, und aus dieser Gabe könne man sein Leben gestalten, trotz aller Vorläufigkeit und Hinfälligkeit: „Jesu stärkt uns.“ Pfarrer Walenty Cugier von der Polnischen Mission griff das Evangelium vom Pfingsttag (Johannes 20) auf: „Empfangt den Heiligen Geist!“ Die Gegenwart des Herrn, der durch verschlossene Türen komme, sei immer vereint mit der Anwesenheit des Geistes. In seiner Kraft werde man zu wahren, spirituellen Verkündern des Glaubens. So habe es bereits Papst Johannes Paul II. in seiner Predigt zu Beginn seines Pontifikats formuliert: „Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus!“ Ordinariatsrat Pfarrer Robert Sauer predigte zum Thema „Ihr seid das Licht der Welt!“ (Matthäus 5). Durch die Eucharistie gestärkt, dürften Christinnen und Christen ihre Berufung und Würde als „Licht der Welt“ entdecken. In der heutigen Zeit mit ihrer Orientierungslosigkeit, manchmal auch Bosheit, sei das Licht, das nicht verborgen gehalten werden dürfe, wichtig für die ganze Menschheit. Die positive Ermutigung Jesu werde in jeder Feier der Eucharistie verstärkt.

Pater Angelo Tolardo, Generalminister der Franziskanischen Gemeinschaft, trug während der Prozession durch den Kreuzgang das Allerheiligste und erteilte am Schluss den Eucharistischen Segen. Die Blaskapelle Melomania aus Obernau begleitete die Liturgie. Freiwillige aus der Herz-Jesu-Pfarrei hatten in den frühen Morgenstunden das Motto „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen!“ in einem Blumenteppich ins Bild gesetzt. Die Feier endete mit einem Empfang für alle Dienste, Helferinnen und Helfer im Marienstift.




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