Zusätzliche Niederlassungsmöglichkeit für Kinder- und Jugendarzt in einem Teilgebiet der Kreisregion Aschaffenburg

Aschaffenburg
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Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach setzt sich dafür ein, dass die Versorgung ländlicher Regionen mit Ärzten gestärkt wird. Die Ministerin betonte am Dienstag anlässlich eines Beschlusses des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen in Bayern zur Teilgebietsöffnung der Kreisregion Aschaffenburg: „Ich freue mich, dass der Landesausschuss auf Antrag des bayerischen Gesundheitsministeriums von einer gesetzlichen Ausnahmeregelung Gebrauch gemacht hat und dadurch eine zusätzliche Niederlassung ermöglicht wird. Hierdurch wird die ambulante kinderärztliche Versorgung in einem Teilgebiet der Kreisregion Aschaffenburg gestärkt.“

Der Landesausschuss folgte mit seinem kürzlich gefassten Beschluss dem Antrag des bayerischen Gesundheitsministeriums auf eine sogenannte Teilgebietsöffnung - damit können innerhalb eines an sich überversorgten und damit gesperrten Planungsgebiets ausnahmsweise zusätzlich Arztsitze geschaffen werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

So muss es sich zum Beispiel um einen ländlichen oder strukturschwachen Raum handeln, in dem   vertragsärztliche Versorgungsangebote nur schwer erreichbar sind. Die zusätzliche Niederlassungsmöglichkeit ist an das jeweils betroffene Teilgebiet gebunden, das hier aus den Gemeinden Kleinkahl, Wiesen, Westerngrund, Schöllkrippen, Heinrichsthal, Sommerkahl, Krombach, Blankenbach, Geiselbach, Sailauf, Mömbris, Heigenbrücken, Hösbach und Johannesberg besteht. Die Prüfung, ob für ein Teilgebiet eines eigentlich überversorgten Planungsbereichs ein Antrag gestellt wird, erfolgt jeweils im Einzelfall. Gerlach erläuterte: „In dem Teilgebiet ist bisher kein einziger Kinderarzt niedergelassen. In diesem Fall ist eine Aufhebung der Zulassungsbeschränkung eine Chance, dass die Versorgungssituation in dieser Region verbessert wird.“

Alexander Legler, Landrat des Landkreises Aschaffenburg, zeigte sich erfreut über die Ankündigung: „Ich bin sehr froh und dankbar, dass unsere gemeinsamen Anstrengungen erfolgreich waren und die dringende Notwendigkeit eines weiteren Kinder- und Jugendarztes für den Landkreis Aschaffenburg anerkannt wurde. Damit einher geht nicht nur die Stärkung der ärztlichen Versorgung in der Region insgesamt, sondern vor allem eine deutliche Verbesserung der medizinischen Betreuung unserer Kinder und Jugendlichen, die zu jeder Zeit unserer vollsten Aufmerksamkeit und Fürsorge bedürfen. Hierzu zählt eben auch die Möglichkeit und Sicherstellung einer optimalen und damit immer auch wohnortnahen ärztlichen Versorgung.“

Gerlach erläuterte: „Die Sicherstellung der ambulanten vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Versorgung der Bevölkerung in Bayern ist gesetzliche Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). Die Ausführung hat der zuständige Bundesgesetzgeber der KVB als Selbstverwaltungsangelegenheit übertragen - sie erfüllt diese Aufgabe daher in eigener Zuständigkeit und Verantwortung. Das bayerische Gesundheitsministerium engagiert sich aber auch mit eigenen Förderprogrammen. So konnten mit der Landarztprämie bzw. Niederlassungsförderung bereits über 1.240 Niederlassungen und Filialbildungen gefördert werden. Zudem fordern wir auf Bundesebene beispielsweise eine Reform der Bedarfsplanung in den Bereichen der Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte.“


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