„Buy now – Inkasso später“ - so lautet das Motto der diesjährigen bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung vom 10. bis 14. Juni. Mit dieser Aktionswoche möchten die Wohlfahrts- und Fachverbände auf die Risiken des im Onlinehandel beliebten Finanzierungsmodells „Heute kaufen, später bezahlen“ und Betroffene auf die Unterstützung von Schuldnerberatungsstellen aufmerksam machen. Das Finanzierungsmodell erlaubt Verbraucherinnen und Verbrauchern, eine Ware sofort zu kaufen, aber die Zahlung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Neben der Bezahlung nach 30 Tagen bieten die gängigen Zahlungsdienstleister auch Ratenzahlungen in geringer Höhe an. So wird aus einem bequemen Shoppingerlebnis vom heimischen Sofa aus ein Kredit. Der Bezahlvorgang wird in Hinblick auf Ansprechpartner und zeitlichen Ablauf völlig vom ursprünglichen Kauf gelöst.

Das Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher, den Überblick über verschobene Zahlungsverpflichtungen und fällige Kleinstraten zu verlieren, ist hoch. Besonders bei häufiger Nutzung von Mikrokrediten nach dem Modell „Buy Now, Pay Later“ steigt das Risiko, in die Schuldenfalle zu tappen. Auch unvorhergesehene Lebensereignisse, die einen Einkommensverlust bedeuten, können zur Folge haben, dass in der Vergangenheit eingegangene finanzielle Verpflichtungen nicht mehr eingehalten werden können. Trotzdem bewerben entsprechende Zahlungsdienstleiter ihre Bezahlsysteme offensiv und locken Verbraucherinnen und Verbraucher mit angeblicher Flexibilität. Die scheinbare Attraktivität von „Buy Now, Pay Later“ ist hoch, und zusätzlich ist bei einigen Anbietern der Button für Direktzahlung auf den ersten Blick gar nicht leicht zu finden.

Schuldnerberatungsstellen können Betroffene dabei unterstützen, sich wieder einen Überblick über ihre finanzielle Situation zu verschaffen und eine Budgetplanung zu erstellen. Aber auch für professionelle Beraterinnen und Berater sind Schulden, die durch Onlinebestellungen und Mikrokredite entstanden sind, eine Herausforderung. Ratsuchende Menschen kommen häufig mit einer Vielzahl an Forderungen, und Informationen zu diesen sind schwer zu erhalten, da die Kommunikation mit den Zahlungsanbietern meist nur über eine App möglich ist. Die Organisatorin der Aktionswoche, die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände, fordert daher Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher bei „Buy Now, Pay Later“-Angeboten und eine finanzielle Allgemeinbildung von Kindheit an. Des Weiteren wird ein zukunftsweisender Ausbau von kostenfreier und sozialer Schuldnerberatung gefordert, um ratsuchende Menschen in einer schnelllebigen und auf Konsum ausgerichteten Welt aus-reichend unterstützen zu können.

Anlaufstellen in Stadt und Kreis: Die Schuldner- und Insolvenzberatung der Stadt Aschaffenburg im Rathaus in der Dalbergstraße 15 steht allen Ratsuchenden offen, die in der Stadt Aschaffenburg wohnen. Eine Terminvereinbarung unter Telefon 06021/330 -1343 oder -1631 ist notwendig. Betroffene aus dem Landkreis Aschaffenburg wenden sich an die Schuldnerberatung der Diakonie in der Heinsestraße 2-4. Auch hier ist eine Terminvereinbarung unter Telefon 06021/920641-0 notwendig.


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