Rund 100 Personen bei besonderer Wallfahrt

© Burkard Vogt (POW) | Bischof Dr. Franz Jung (links) deutete in seiner Predigt einige der Selbstbezeichnungen Jesu aus dem Johannesevangelium im Blick auf die Arbeit in der Jugendhilfe

Aschaffenburg
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Unter dem Motto „Miteinander verbunden“ ist die diesjährige Wallfahrt der Arbeitsgemeinschaft katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe und Jugendsozialarbeit in der Diözese Würzburg (AGkE) gestanden.

Sie fand am Dienstag, 14. Mai, in Aschaffenburg statt. Diese Verbundenheit wurde im abschließenden Gottesdienst in der Pfarrkirche Zu Unserer Lieben Frau mit Bischof Dr. Franz Jung auch wörtlich umgesetzt: Die Teilnehmer verbanden sich mit Hilfe bunter Schnüre zu einem großen Netz. Neben dem Würzburger Bischof nahm auch der Domkapitular Monsignore Clemens Bieber, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbands, an der Wallfahrt teil und konzelebrierte gemeinsam mit Dekan Martin Heim beim Gottesdienst.

Zu Beginn der Wallfahrt trafen sich die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Städtischen Kinderheim am Aschaffenburger Ortsrand. Bischof Jung wurde von Wolfgang Meixner, Vorsitzenden der AGkE, nicht nur als Gast, sondern als „Teil der Identität der kirchlichen Einrichtungen“ begrüßt. Die Wallfahrt, die auf Initiative von Arnulf Schuler vor über 40 Jahren ins Leben gerufen worden ist, solle das Wissen übereinander fördern und Synergieeffekte freisetzen. Schuler war damals stellvertretender Caritasdirektor. Inzwischen verrentet, nimmt er immer noch an der Wallfahrt teil. Zu deren Konzept gehört es, nicht klassische Wallfahrtskirchen aufzusuchen, sondern soziale Einrichtungen anzusteuern und dort etwas über deren Arbeit zu erfahren. Diese Tradition mache auch deutlich, dass die Ressource „Glaube“ zwar nicht im Entgelt oder in irgendwelchen Plänen auftaucht, aber trotzdem ein wichtiger Teil der Arbeit der Einrichtungen sei, sagte Meixner. Domkapitular Bieber schlug zu Beginn einen Bogen zu der Zeit vor rund 170 Jahren. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Gründung vieler sozialer Einrichtungen von Christen initiiert, um den Notlagen ihrer Zeit zu begegnen. Diese Geschichte hole die Menschen laut Bieber immer wieder ein: „Auch heute braucht es uns Christen für die Wegbegleitung und Unterstützung der Menschen“, sagte er.

Nach einem gemeinsam gesungenen Kanon machten die Teilnehmer sich auf den Weg Richtung Innenstadt. Der Weg wurde an drei Stationen unterbrochen. In der Piuskirche erinnerte das Vorbereitungsteam an die Geschichte des Städtischen Kinderheimes, das bis 2002 von den Armen Schulschwestern geleitet wurde. Schon in den Anfängen, so wurde aus einem Brief zitiert, galt hier die Liebe als oberstes Prinzip der Erziehung. Weitere Stationen waren die Einrichtungen von „In Via“ in der Pestalozzi-Straße und die des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in der Erbsengasse. Überall wurden die Wallfahrer herzlich begrüßt und erfuhren etwas über die aktuellen Projekte der sozialen Einrichtungen.

An jeder Station erhielten die Teilnehmer einen weiteren bunten Faden und es wurde jeweils ein Kreuz aus der Einrichtung zum Gottesdienst mitgenommen, der in der Pfarrkirche Zu Unserer Lieben Frau stattfand. Bischof Jung deutete in seiner Ansprache einige der Selbstbezeichnungen Jesu aus dem Johannesevangelium im Blick auf die Arbeit der Mitarbeiter in der Jugendhilfe. Diese Namen, erklärte der Bischof, seien Wegweiser, für was die Arbeit in den kirchliche Einrichtungen stehen sollte. So weise die Bezeichnung „Ich bin die Tür zu den Schafen“ (Joh 10,7) darauf hin, dass es wichtig sei, einen Zugang zu jedem Einzelnen der Anvertrauten zu bekommen. „Es ist eine große Kunst, nicht mit der Türe ins Haus zu fallen, sondern Wege zu finden, damit jeder durch seine Türe hereinkommen kann“, sagte der Bischof. Der Name „Weg, Wahrheit und Leben“ (Joh 14,6) erinnere daran, dass die Menschen mit den Wahrheiten ihres Lebens konfrontiert werden sollen, ohne dass sie damit erschlagen werden: „Die Wahrheit ist die Liebe Jesu. Er hat das Positive in den Menschen gesehen, nicht die Defizite!“, sagte Bischof Jung.

Am Ende des Gottesdienstes knüpften die Wallfahrer mit den Bändern, die sie unterwegs eingesammelt hatten, ein riesiges Netz. Im ganz wörtlichen Sinne miteinander verbunden sangen sie dann das Lied vom Friedensnetz. Bischof Jung dankte Christine Widmer, Andreas Purschke, Günter Rink und Jörg Zimmer für die Vorbereitung der Veranstaltung. Im Anschluss waren alle Teilnehmer zu einem Mittagessen in das Pfarrheim Marienstift eingeladen. Danach bestand noch die Möglichkeit, in verschiedenen Workshops die Stadt Aschaffenburg ein bisschen kennenzulernen. 

Stichwort AGkE - Die Arbeitsgemeinschaft der katholischen Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe und der Jugendsozialarbeit (AGkE) ist dem Caritasverband der Diözese Würzburg angegliedert. Ihr gehören Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe und der Jugendsozialarbeit an, die dem Caritasverband für die Diözese Würzburg als Spitzen­verband angeschlossen sind. Sie berät den Diözesancaritasverband in Fragen der Erziehungshilfe und der Jugendsozialarbeit und vertritt innerhalb des Diözesancaritasverbandes die Interessen dieser Arbeitsfelder. Weitere Informationen unter agke.caritas-wuerzburg.de.


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