Aschaffenburg News - Niemand hat verdient, dass hinter seinem Rücken gelästert wird

Niemand hat verdient, dass hinter seinem Rücken gelästert wird

Ei Gude wie
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Man hat das schon erlebt, vielleicht sogar am eigenen Leib. Betroffene erfahren als Letzte, was ihnen vorgeworfen wird beziehungsweise was sie angestellt haben sollen.

Ja, viele von uns reden lieber übereinander als miteinander. Mich stößt so ein Verhalten ab. Mich bewegt es sofort zu der betroffenen Person, um mit ihr über den Fall zu reden. Ich mache das auch. Besonders bei Menschen, an denen mir etwas liegt. Ich gehe dabei nicht an die Angelegenheit mit dem Vorwurf, was hast du denn da schon wieder angestellt, vor, sondern frage, hast du schon gehört was man die vorwirft?

Diese Vorgehensweise hat sich schon oft bewährt. Es ist eine vertrauensbildende Maßnahme, die eine bestehende Freundschaft gestärkt hat oder der Beginn einer neuen Freundschaft war. Dabei sind alle Themenbereiche betroffen. Ob Beziehungen in einer Familie oder kriminelle Handlungen wie Diebstahl oder Gewalttaten. Einiges ist zum Schmunzeln, vieles leider nicht. Da liegt schon Verleumdung oder Rufmord in der Luft. Die Verleumdung stellt ein Ehrverletzungsdelikt dar. Sie wird verwirklicht, wenn jemand gegenüber Dritten über eine andere Person eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, die geeignet ist, die andere Person verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Der Rufmord bezeichnet das Aufstellen ehrverletzender Behauptungen über eine Person, obwohl bekannt ist, dass sie unwahr sind.

Ich denke oft, bevor man sich das Maul über andere zerreißt, sollte man vor der eigenen Haustüre kehren. Gerade das ist aber der Kick. Ablenken vom eigenen Dilemma. Dabei gilt bei uns die Unschuldsvermutung. Die Unschuldsvermutung ist eines der Grundprinzipien eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens und wird heute von den meisten Ländern der Welt zumindest dem Anspruch nach anerkannt. Das Gegenstück ist die Schuldvermutung. Wobei das Wegducken, also gerade das Gegenteil, dann zutrifft, wenn es um die körperliche Unversehrtheit geht zutrifft. Da werden Kinder oder Frauen misshandelt, da schauen alle weg. Hier wäre ein Aufschreien zum Schutze der Opfer überlebensnotwendig.

Es ist nicht vorhersehbar, wie die Allgemeinheit reagiert. Ich würde mir ein beherztes und couragiertes Eingreifen wünschen. Oft würde ein Anruf bei der Polizei reichen. Anders erscheint die Sache bei dem gehörnten Ehepartner. Alle wissen es, nur der/die Betroffene nicht. Ehrlich gesagt, will ich so etwas gar nicht wissen, weil ich auch nicht so recht weiß, wie ich reagieren soll. Für mich fällt das eher in die Privatsphäre. Das sollten beide untereinander klären.

Die Bandbreite der Missgeschicke ist unendlich. In jedem Falle sollte ein berechtigter oder unberechtigter Vorwurf durch Anhören geklärt werden. Das geht auch, ohne gleich Anwälte und Gerichte zu bemühen. Oft liegt ein Missverständnis vor. Nicht selten endschuldigt sich der Angegriffene, weil er im Grunde nach niemanden Schaden wollte. Ja, wenn uns das Blut in den Kopf schießt, da werden oft unüberlegte Worte ausgeschüttet, die man lieber nicht gesagt hätte. Also Leute, redet miteinander anstatt übereinander. Und wenn euch etwas nicht gefällt, bringt es gleich zur Sprache und klärt die Angelegenheit. Niemand hat verdient, dass hinter seinem Rücken gelästert wird. Ei Gude, wie!

Zum Autor

Er sei ein waschechter Neuenhaßlauer, sagt er von sich selbst. Helmut Müller (70) ist in Neuenhaßlau als 4. von 7 Kindern geboren und ein typisches Nachkriegskind dazu. Seine Mutter Hessin und evangelisch, sein Vater Sudetendeutscher und katholisch, aber kein Flüchtling, sondern Kriegsgefangener, der nicht in seine angestammte Heimat zurückkonnte. Er wächst in einem 4 Generationen Haus mit den Eltern, sechs Geschwistern, Oma und Opa sowie Onkel und der Ur-Großmutter auf. Der Spielplatz war die Straße. In der Volksschule, die er mit dem Hauptschulabschluss beendete, war deutsch seine erste Fremdsprache die er lernen musste. In späteren Jahren hat er seine mittlere Reife und das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung nachgeholt und das Ganze als Diplom Verwaltungswirt (FH) abgeschlossen. Er war in etlichen Vereinen aktiv. Man könnte ihn getrost als „Vereinsmeier“ bezeichnen. Er hat dabei fast alle Positionen, die ein Vorstand hat, begleitet. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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